Sonntag, November 19, 2017

Test: JVC X5900 vs Sony VW260 / 360 – Erste 4K-HDR-Vergleichs-Ergebnisse!!!

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Dieses Thema enthält 20 Antworten und 7 Teilnehmer. This post has been viewed 2770 times Es wurde zuletzt aktualisiert von  screenpowermc vor 6 Tagen, 16 Stunden. This post has been viewed 2770 times

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  • #9695 Score: 0
    Ekki Schmitt
    Ekki Schmitt
    Keymaster
    46 pts

     

    Wie versprochen mal die ersten Ergebnisse unseres HDR Sichtvergleichs Sony VW260/360 vs VWX5900:

    – Out of the Box sind beide nicht dolle: Da sie ab Werk auf unpraktikabel hohe Clipping-Grenzen eingestellt sind, erscheinen sie viel zu dunkel und saufen nahe an Schwarz ab.

    – Korrigiert man die Clipping Grenze (Picture Tone bei JVC, HDR-Kontrast bei Sony) auf ca. 1000nits, sieht die Sache schon besser aus. Der JVC ist nun heller wegen seiner höheren nativen Helligkeit, der Sony zeigt aber schon jetzt die bessere Durchzeichnung. Aber nicht weil der Sony so toll ist, sondern weil der JVC einfach ziemlich gnadenlos absäuft, weil sein Schwarzpegel ab Werk das Optimum weit verfehlt. Dieses Problem der Serienstreuung hat JVC seit der 5000er Serie nicht behoben, trotz mittlerweile „halbjährlicher“ Updates.

    – Optimiert man beim JVC das Gamma (Dark Level) und den Schwarzpegel (Brightness), wird die Durchzeichnung merklich besser. Nun hat er in HDR die Nase insgesamt etwas vorm Sony.

    – Aktiviert man nun wiederum das dynamische HDR Tuning beim Sony, sieht der JVC wieder relativ alt aus, denn der Sony hat in den meisten Szenen die bessere Durchzeichnung und in helleren Szenen mehr(!) Helligkeit, und das obwohl er effektiv 300 bis 400 Lumen weniger auf die Leinwand wirft.

    – Jetzt also noch den X5900 mit dem Arve Tool tunen: Dadurch verbessern wir sichtbar die Durchzeichnung und kitzeln insgesamt mehr Helligkeit aus dem Bild, indem wir das Gamma stärker ansteigen lassen und obenrum etwas „abrunden“.

    – Lässt man nun beide so optimiert gegeneinander antreten, sind sie nahe beieinander: In Mischszenen nahezu gleich hell, kann der Sony hier und da durch seinen höheren ANSI Punkten (nur im optimierten Raum natürlich). Auch in sehr dunklen Szenen hat der Sony immernoch eine bessere Durchzeichnung, weil das dynamische Gamma hier mehr Reserven frei schaufelt, wenn die Durchschnittshelligkeit eines Frames gering ist. Umgekehrt zeigt der JVC in hellen Szenen mit starken Dunkel-Kontrasten eine bessere Durchzeichnung, weil der Contrast Enhancer des Sony es hier ein wenig zu gut meint . Die große Überraschung sind schließlich sehr helle Szenen mit hoher Durchschnittshelligkeit, wie z.B. in Billy Lynn: Hier gelingt es dem Sony tatsächlich, mehr Lichtreserven freizuschaufeln, ohne zu überstrahlen, weil er die hellen Partien „erkennt“. Beim JVC bleibt einem da nur übrig, die Clipping Grenze manuell anzuheben, wodurch er im Vergleich dann aber in der Helligkeit abfällt. An dieser Stelle werde ich versuchen, noch mit Arve zu feilen, aber bin da wenig optimistisch, denn das Bekommt man nur in den Griff, wenn man auf Durchschnitts-Helligkeit verzichten würde.

    – Die Überraschung: Insgesamt ist der Sony 260/360 mit den oben optimierten HDR-Gammas nicht(!) dunkler, als der JVC (außer in Peak-Pegeln um 1000nits). Zwar hat der JVC physikalisch mehr Lumen, setzt diese aber nicht dynamisch ein.

    – Im nativen Schwarzwert liegen beide Geräte super nahe beieinander, der JVC X5900 hat hier keinen Vorteil. Das Gleiche gilt für den dynamischen Kontrast, die Blende funktioniert jetzt tatsächlich auch bei JVC, bei Sony ging sie ja schon immer (nur VW360/VW550).

    – Bei HDR 60Hz liegt der JVC natürlich vorne, weil der Sony ja hier sein Banding Problem aufweist. Ich kann nicht verstehen, dass Sony sich hier nicht rührt, denn meiner Meinung nach müsste das Problem lösbar sein.

    – Der JVC rauscht bei 4K ziemlich stark, was ich teilweise auch aus normalem Sichtabstand deutlich sehen konnte. Eine Verbesserung zur Vorserie kann ich hier nicht erkennen. Der Sony rauscht praktisch nicht.

    – In der Schärfe sah der JVC bei unseren Vergleichen kein Land, sowohl bei FullHD als auch bei 4K war der Sony auch aus normalen Betrachtungsabständen deutlich schärfer. Dafür hat der JVC die 4K Zwischenbildberechnung, die wir beim Sony nach wie vor schmerzlich vermissen.

    So, das war es fürs erste von mir, jetzt habt Ihr was zum Grübeln über die Feiertage. 

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    #9697 Score: 0

    screenpowermc
    Participant
    4 pts

    Danke Ekki für den aufschlussreichen Vergleich.

    Ich hab mir vorhin mal die Helmszene beim Marsianer angeschaut. Beim JVC mit Werks HDR säuft die ja gnadenlos ab. Beim VW 260 ist es so, dass man selbst mit den Sony HDR (1000 Nits) ohne Contrast Enhancer schon eine gewisse Durchzeichnung hat. Mit den getunten Setup wird dann die Durchzeichnung noch mal besser, schaltet man den Contrast Enhancer dazu, leidet bei dieser Szene aber eher die Durchzeichnng. Das bessere Ergebniss bekommt man hier mit getunten Setup und Contrast Enhancer auf Aus.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 5 Tagen von  screenpowermc.
    #9698 Score: 0

    mule
    Participant
    7 pts

    Aber ist das getunte Setup Deines Sonys nicht explizit auf den aktivierten Contrast-Enhancer abgestimmt? Das Tuning sollte doch gerade die Probleme des Contrast-Enhancers ausbügeln?! Ist das Tuning nur ein Kompromiss, das in manchen Szenen funktioniert und in anderen nicht?

    #9700 Score: 0

    leon136
    Participant
    42 pts

    Hört sich alles durchwachsen an, eigentlich hätte ich erwartet das der JVC bei 4K Material, auch wenn ja „nur“ 1880p E-shift Gerät, noch mal zulegen kann mit UHD-Scheibe. (bessere Auflösung, weniger Kompremierung) aber das Rauschen bei 4K jetzt ? Hat das „neue“ E-Shift jetzt nicht`s verbessert ?
    Klar kann ich bei meinem X5000 das Rauschen ! je nach Bildmaterial auch erkennen, dort aber dann hauptsächlich in dunklen Flächen.

    #9701 Score: 0

    screenpowermc
    Participant
    4 pts

    Ob das Tuning nur mit Contrast Enhacer stimmig ist, muss Ekki beantworten.

    Bei der Helmszene hab ich nur festgestellt, dass der Contrast Enhancer mit Tuning die Durchzeichnung nicht unbedingt verbessert.

    #9702 Score: 0

    P0werp1ay
    Participant

    Vielen danke für deine ausführliche sichtweise.

    genau so habe ich mir das eigentlich auch theoretisch gedacht das und du hast es nun auch bestätigt.

    das große Manko bei Sony ist eben das weiche Übergänge gebraucht werden für 4k 50/60 HDR damit man kein Banding hat. Wäre schön wenn du Sony dazu nötigen könntest das sie das bei 4k implementiereen würden.

    einzi dumme an dem test ist das mir das warten noch schwerer fällt auf meinen 260 Cine4home Edition….. 😔

    #9703 Score: 0
    Ekki Schmitt
    Ekki Schmitt
    Keymaster
    46 pts

    Das Setting ist so optimiert, dass die Durchzeichnung verbessert wird.  Das kompensiert bei starken Kontrastübergängen wie dieser Helmszene die Tatsache, das der Kontrastenhancer zu sehr „anspitzt“. Bei abgeschaltetem Kontrastenhancer ist es eher zuviel Durchzeichnung.

    Die Durchzeichnung im Helm muss subtil „gerade so“ erkennbar sein. Solange da nichts im Schwarz versumpft ist alles gut.

    Gruß,
    Ekki

    #9704 Score: 0
    Mori
    Mori
    Participant
    41 pts

    @ekki

    Danke vielmals für Deine hoch interessanten Schilderungen.

    Beim JVC bleibt einem da nur übrig, die Clipping Grenze manuell anzuheben, wodurch er im Vergleich dann aber in der Helligkeit abfällt. An dieser Stelle werde ich versuchen, noch mit Arve zu feilen, aber bin da wenig optimistisch, denn das Bekommt man nur in den Griff, wenn man auf Durchschnitts-Helligkeit verzichten würde.

    Das dürfte in der Tat schwierig werden. Ich betreibe den X7000 im niedrigen Lampenmodus und bei 1200, maximal 1400 Nits ist einfach Schluss, ohne mir Nachteile einzuhandeln. Allerdings reicht das allemal, einen HDR Titel wie Mad Max zum visuellen Hochgenuss zu machen.
    Eine meine bevorzugten Szenen zum Testen: Sully, nach ca 5 Minuten, als der Kapitän am Morgen nach der Notlandung im Hotelzimmer ist und im Hintergrund ein Fenster inkl. Gardinen im Gegenlicht zu sehen ist. Das darf keinesfalls „ausbrennen“. Zu meiner Ueberraschung gelang diese Szene dem Sony tatsächlich sogar noch etwas besser.

    @all
    Diejenigen, die einen Sony inkl Cine4home Tuning gekauft haben bzw. ihn mit Vorfreude erwarten, wird diese aktuelle Momentaufnahme sicherlich doppelt  freuen. Diejenigen, die bereits einen JVC haben, können sich freuen, dass sie mit dem Arve Tool alle Möglichkeiten haben, ein HDR Bild zu haben, das absolut mithalten kann.  Welche Marke man dann am Ende vorzieht, weiss jeder sowieso am besten

    Mich selber freut es immer besonders, wenn ich bei meinen Geräten noch was an Bildqualität rausquetschen kann.

    Unter dem Strich kann man IMO mit beiden Marken mittlerweile HDR geniessen und das – dank den Editions – auch ohne selber gross Zeit in die Materie zu investieren, um sich das Know-How anzueignen.

    #9705 Score: 0
    Ekki Schmitt
    Ekki Schmitt
    Keymaster
    46 pts

    Mori hat Recht, mit beiden Modellen kann man HDR wirklich genießen, sehen beide super aus.
    Arve ist beim JVC jedenfalls Pflicht

    #9708 Score: 0

    P0werp1ay
    Participant

    Habe gelesen das auf Facebook vergleichsbilder gezeigt worden sind, werden die Bilder hier auch noch reingestellt? Habe kein Facebook 😬

    #9709 Score: 1
    Ekki Schmitt
    Ekki Schmitt
    Keymaster
    46 pts

    Ok, mache ich…

    #9714 Score: 0

    P0werp1ay
    Participant

    Bist der beste 😊

    #9771 Score: 0

    leon136
    Participant
    42 pts

    @ekki
    Na war das jetzt wieder der „Ritt“ auf der Rasierklinge in Eurem Video, immer mit einem Zwinckern im Auge ?

    #9772 Score: 0
    Ekki Schmitt
    Ekki Schmitt
    Keymaster
    46 pts

    @ekki Na war das jetzt wieder der „Ritt“ auf der Rasierklinge in Eurem Video, immer mit einem Zwinckern im Auge ?

     

    Ach, manche nehmen ihr Hobby vielleicht einfach zu ernst

    Gruß,
    Ekki

    #9858 Score: 0

    ForceUser
    Participant
    1 pt

    @ekki: Du schreibst:

    Jetzt also noch den X5900 mit dem Arve Tool tunen: Dadurch verbessern wir sichtbar die Durchzeichnung und kitzeln insgesamt mehr Helligkeit aus dem Bild, indem wir das Gamma stärker ansteigen lassen und obenrum etwas „abrunden“.

    Nachdem ich nun doch einige Stunden „gespielt“ habe, würde ich als Zwischenfazit sagen, dass man mittels Arve Tool kein „besseres“ Bild zaubern kann, sondern nur ein „anderes“. Wenn ich eine noch vernünftig steile Kurve mit bs 3.5-4 mache, dann komme ich der Standard Kurve des JVC, korrigiert mit Dark Level +7 und Picture Tone +5 sehr nahe, sprich man sieht nahezu keinen Unterschied, ausser etwas in den Highlights. Leider ist die Arve Kurve eher die schlechtere in den Highligts. (Vielleicht habe ich hier aber einfach noch nicht die passenden Einstellungen gefunden, die Kurve aburunden.)

    Was man aber machen kann, ist den bs Faktor weiter zu senken, die Kurve wird insgesamt deutlich steiler, was auch bedeutet, dass dunkle Bereiche deutlich sichtbarer werden. ABER, ich finde der Kontrast insgesammt leidet dadurch. Beispielszene aus Spiderman Homecoming (2. oder 3. Kapitel), als Spiderman am Telefon den Sonnenuntergang geniesst, enormer Kontrast im Bild. Dort sieht man mit einer steileren Kurve natürlich ihn selbst etwas deutlicher im Gegenlicht der blendenen Sonne, da jedoch das ganze Bild aufgehelt wird, fehlt irgendwie der „Pop“ im Bild. Schlussendlich würde ich darum behaupten, ist es immer ein Trade-off. Den bs faktor auf unter 3 zu senken kann aber sicher Sinnvoll sein, wenn ein besonders dunkler Film vorliegt.

    Darum die Frage an dich Ekki, mit was für Eck-Werten kontest du die Durchzeichnung unten verbessern, ohne dabei gross an Kontrast/“Pop“ zu verlieren?

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