Samstag, November 18, 2017

UHD-HDR mit Lumagen Radiance Pro 4XXX oder anderer Hard-/Software

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Dieses Thema enthält 45 Antworten und 7 Teilnehmer. This post has been viewed 2412 times Es wurde zuletzt aktualisiert von  guesswho999 vor 1 Monat. This post has been viewed 2412 times

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  • #6356 Score: 2

    guesswho999
    Participant
    47 pts

    Auf Wunsch eines einzelnen Users starte ich jetzt mal einen eigenen Thread mit Infos, wie die HDR-Wiedergabe mittels Lumagen Radiance Pro 4XXX funktioniert.

    Das soll keine Verkaufsveranstaltung für Lumagen oder JVC werden. Ich gebe mein Geld nur dafür aus und verdiene es nicht damit.

    Und Infos über weitere Darstellungsmöglichkeiten sind hier ebenfalls gern gesehen.

    Der Lumagen Radiance Pro bietet nicht nur die Möglichkeit, SDR auf normgerechte Darstellung zu trimmen. Mit Hilfe einer 3D-LUT ist er ebenfalls in der Lage, auf einem Display HDR, erweiterten Farbraum und passende Farbdarstellung zu ermöglichen, das gar nicht oder nicht optimal dazu in der Lage ist.

    Die 3D-LUT wird mit Hilfe der Software LightSpace von Light Illusion erstellt. Calman und Chromapure sind derzeit nicht dafür geeignet. Das soll sich aber wohl noch ändern.

    Optimal für die Wiedergabe ist es bei Projektoren, wenn sie eine Helligkeit von mehr als 100 NITS auf die Leinwand bringen und einen nativen Farbraum haben, der größer als Rec.709 ist. Ein linearer Gamma-verlauf ist vorteilhaft. Und zumindest bei 100IRE sollte die RGB-Balance gut eingestellt sein.
    Egal, ob der Projektor HDR kann oder nicht, sollte man ihn so behandeln, als ob er nicht in der Lage dazu wäre. Dann arbeitet der Lumagen nicht gegen die Software des Projektors an.

    Die Erstellung einer 3D-LUT beginnt mit der Profilierung des Projektors. Dabei werden mit bis zu 21 x 21 x 21 Messpunkten die Fähigkeiten des Projektors ermittelt. Leider prallen da Wunsch und Wirklichkeit aufeinander. Mit einem EODIS3 dauern selbst 11 x 11 x 11 Punkte etwa 45 Minuten. Und von diesen 1331 Punkten liegen so wenige auf der Grautreppe, daß die RGB-Balance anschließend per Hand nachkorrigiert werden muß.
    Wenn man natürlich professionelle Sensoren (JeTI, Klein K10-A usw.) zur Verfügung hat, sieht die Sache aber schon anders aus, und man schafft dann 17x17x17 Punkte so in 45 Minuten.
    Ich habe mich deswegen dazu entschieden, lediglich Quick-Profiles mit 141 Punkten bei Graustufen, Primär- und Sekundärfarben laufen zu lassen. Die Qualität der LUT ist damit schon sehr gut.
    LightSpace bietet bei der LUT-Erstellung Möglichkeiten, ansprechende Helligkeiten für den „SDR-Teil“ des Bildes zu erreichen. Man bestimmt wann hart geclippt wird und ob und wann es einen Soft-Rolloff geben soll.

    Nach der Profilierung erstellt Lightspace die LUT und lädt sie in einen der 8 CMS-Speicher des Radiance. Wenn man während des Ladevorgangs eine UHD abspielt, kann man live sehen, wie aus einem flauen Bild HDR mit für den Projektor bestmöglichen Farbkoordinaten wird. Anschließend kann man mit dem Gamma-EQ des Radiance noch dafür sorgen, daß die unteren Helligkeitsstufen bei HDR besser differenzierbar sind.

    Meine JVCs lasse ich eine Spitzenhelligkeit von 110-120 NITS auf meine 2,20m-Leinwand bringen. Dazu reicht mir sogar der niedrige Lampenmodus mit Blende auf -2. Clippen lasse ich bei 1500 NITS mit einem Soft-Rolloff bei 90%. Und weil sich die Projektoren so verhalten, wie bei SDR, bin ich in der Lage, die dynamische Iris zu benutzen, was mit dem Bordmitteln der JVCs nicht geht.

    Der Unterschied bei HDR-Wiedergabe zwischen JVC-Bordmitteln und der 3D-LUT per Radiance Pro ist überdeutlich.
    Ein paar Lampenstunden sollte man für den Lernprozess schon einplanen. Und sicherlich kann man sich für das Geld auch einen DLA-X7500 kaufen.

    HDR-Screenshots sind nutzlos. Trotzdem hänge ich hier noch in paar an. Sie sind auch dem Samsung Clip „Chasing The Light“. Für die Fotos konnte ich die Wiedergabe nicht anhalten. Die Belichtungszeit ist also nicht übermäßig groß.

    Mori
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    ... ich bin dann mal weg ...

    #6360 Score: 0

    guesswho999
    Participant
    47 pts

    Die Wiedergabe von HDR und erweitertem Farbraum wird nicht zwangsläufig durch die Hardware limitiert. Sehr viel ist nur Software

    Als Extrembeispiel, was mit einem Videoprozessor geht: HDR und BT.2020 auf einem JVC DLA-HD350

    Um das Bildsignal grundsätzlich erst einmal zum Projektor zu bekommen, benötigt man einen HDfury Linker. Der konvertiert die Auflösung auf FHD herunter. Außerdem sagt er der Quelle, daß das angeschlossene Display HDR, BT.2020, 4K und HDCP 2.2 kann.
    Die Quelle gibt dann fröhlich UHD aus. Wenn jetzt noch ein Videoprozessor mit einer 3D-LUT wie im ersten Beitrag in die Kette genommen wird, bekommt der HD350 ein ganz neues Leben eingehaucht
    Der Videoprozessor kann ein Radiance Pro sein. Wenn ich die technischen Daten richtig verstehe, könnte aber auch ein Radiance 2XXX oder eine eeColor-Box gehen. Auch mit diesen beiden Geräten kann LightSpace eine LUT generieren.

    Der Screenshot ist nicht von mir, sondern aus einer Anleitung des englischen Distributors von Lumagen.

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    ... ich bin dann mal weg ...

    #6363 Score: 0
    Ekki Schmitt
    Ekki Schmitt
    Keymaster
    46 pts

    Cool wäre es doch, wenn der Radiance den HDFury auch noch ersetzen könnte.

     

     

    #6365 Score: 0

    guesswho999
    Participant
    47 pts

    Grundsätzlich kann der Radiance Pro auch auf FHD runterkonvertieren. Er kann auch dem Player sagen, daß das Display HDR und BT.2020 kann. Man müsste nur eine alternative Lösung finden, um HDCP 2.2 los zu werden.

    ... ich bin dann mal weg ...

    #6373 Score: 0

    leon136
    Participant
    42 pts

    Hallo guesswho,

    super Beitrag und mit der eeColor + HDfury Linker hört sich echt spannend an, würde die Kosten (eeColor+HDfury+LightSpace) ja noch mal ordentlich in den „Keller“ drücken im Vergleich zum Radiance. Die eeColor fungiert dann „praktisch nur“ als LUT-Holder. Hat das denn schon einmal einer ausprobiert, irgendwas bekannt (AVS-Link) ?

    #6377 Score: 0

    guesswho999
    Participant
    47 pts

    Moin leon,

    ich weiß nicht, ob jemand schon mal sowas gemacht hat. Fraglich ist auch, ob das bei jedem Projektor so sinnvoll ist, wenn meine theoretischen Überlegungen zutreffen sollten. Viel eigene Intelligenz braucht die LUT-Box ja nicht. Die steckt ja schon in der Generierung durch LightSpace.

    Ich habe selbst noch einen HD350 stehen, habe aber noch keine Tests in Richtung BT.2020/HDR gemacht. Der native Farbraum ist beim HD350 schon richtig groß (ich habe gerade noch eine Messung auf meiner Platte gefunden), wesentlich größer als allen Folgegenerationen. Damals war das ein Problem, weil man die Farben ohne Videoprozessor kaum einfangen konnte.

    Schade, daß es keine Lösung auf PC-Basis gibt, so in der Art „HDMI Capture-Karte -> Software-LUT (MadVR?) -> HDMI-Grafikkarte“

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    ... ich bin dann mal weg ...

    #6380 Score: 0

    leon136
    Participant
    42 pts

    wesentlich größer als allen Folgegenerationen

    So ähnlich verhält sich der X35 auch wenn man auf Farbraum erweitert stellt, ich nenne es einfach mal Colormanagement (RGB-Regler) im Service-Menü, welche ? warscheinlich umgangen werden und alles „reingehauen“ wird was geht Wichtig wäre das man diese eeColor +… u.s.w. auch noch bei einem X0000 Projektor verwenden kann , ohne unnötig Geld zu verbrennen .-) Na mal sehen ob ich noch einen interessanten Beitrag im Netz finde. (schade mein Englisch ist so schlecht )

    #6381 Score: 0
    Fluster80
    Fluster80
    Participant
    3 pts

    Der Unterschied bei HDR-Wiedergabe zwischen JVC-Bordmitteln und der 3D-LUT per Radiance Pro ist überdeutlich

    Ich kann das auch nur bestätigen !

    So ein RadiancePro ist zwar kein Schnäppchen, aber er hat die HDR-Bildqualität bei mir (JVC X7000) wirklich sehr stark verbessert!

    Aber auch bei SDR bin ich froh den Radiance zu haben, schaue SDR nun mit Gamma 2.3 anstatt 2.2 ohne das die Durchzeichnung leidet, gefällt mir im schwarzem Heimkino einfach besser.

     

    Ich brauchte allerdings Unterstützung von ein paar erfahrenen Usern um alles ans laufen zu bekommen.

    Danke nochmal an Guesswho, Nudgiator und Omardris !!!

     

     

    #6382 Score: 1

    leon136
    Participant
    42 pts

    Ich kann euch schon verstehen, nur bevor ich jetzt Geld versenke in einen Radiance würde erst mal ein neuer Projektor anstehen (wenn ich denn so unzufrieden wäre ) und das noch nicht einmal wegen HDR . Möchte auch keinem auf die „Füsse“ treten, aber optimal war die ganze Geschichte nicht mit Player, Kabel, HDMI-Chip`s (10gb), UHD Preise für hochgerechnetes DCI-Master ohne 3D Sound etc. pp.         Kann ja nur besser werden

    Sven
    #6384 Score: 0

    guesswho999
    Participant
    47 pts

    Glaub mir, die Entscheidung für den Radiance habe ich mir nicht leicht gemacht. Und bei Fluster ist das genauso.
    Ich weiß nicht, ob Du meine Beweggründe für den Radiance mitbekommen hast. „Schuld“ daran ist JVC mit seiner beknackten Produktpolitik. Den Radiance habe ich mir zugelegt, weil ich keine neuen Projektoren kaufen wollte. Der Radiance ist mein externes Firmware-Update.
    Klar, dazu muss man natürlich auch schon eine gewisse Basis haben. Die ist mit den X?000 ja schon ganz gut. Und andere machen das mit dem LS10000 oder VW1100.
    Wie gesagt soll das hier ja auch keine Lumagen-Verkaufsveranstaltung sein. Und es ist ja auch mit dem Radiance nicht alles Gold, was glänzt.  Meine Probleme und Newbie-Anfangsschwierigkeiten mit dem Radiance sind im Thread im Hifi-Forum ja nachlesbar

     

    ... ich bin dann mal weg ...

    #6428 Score: 0
    Ekki Schmitt
    Ekki Schmitt
    Keymaster
    46 pts

    Grundsätzlich kann der Radiance Pro auch auf FHD runterkonvertieren. Er kann auch dem Player sagen, daß das Display HDR und BT.2020 kann. Man müsste nur eine alternative Lösung finden, um HDCP 2.2 los zu werden.

    Wenn der Beamer HDCP2.2 kann, kann der Radiance HDR / BT2020 forcen?

    Auch SDR / BT2020?

     

    #6430 Score: 0

    guesswho999
    Participant
    47 pts

    Dem Radiance ist es völlig schnuppe, ob das angeschlossene Display per EDID meldet, es könne HDR/BT.2020 oder nicht.

    Man kann in der Konfiguration erzwingen, daß es dem Player per EDID gemeldet wird. Das Erzwingen von HDR und BT.2020 ist sogar getrennt möglich.

     

    ... ich bin dann mal weg ...

    #7763 Score: 0

    guesswho999
    Participant
    47 pts

    Mit den neuesten Updates ist für den Radiance Pro ein Feature hinzugekommen, das Lumagen „Intenstiy Mapping“ genannt hat.
    Bisher war es für das HDR-Processing notwendig, mit LightSpace eine entsprechende LUT zu erstellen. Jetzt kann sich der Radiance mit eigener Logik darum kümmern. Es reicht nun, ihn mit einer LUT für BT.2020/Gamma 2.4 zu füttern. Anschließend lassen sich die Parameter für den EOTF-Verlauf per OSD on-the-fly setzen. Derzeit ist es so umgesetzt, daß es zwei Parameter-Sätze für UHD-BDs <2000 Nits und >2000 Nits gibt.

    Das Intensity Mapping wird die Grundlage für dynamisches HDR bilden. Die Umsetzung für HLG durch den Radiance soll auch noch in das Intensity Mapping aufgenommen werden. Theoretisch wäre es sogar möglich, auch noch Dolby Vision aufzunehmen. Leider hat Dolby daran aber keinerlei Interesse.

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    ... ich bin dann mal weg ...

    #7765 Score: 0

    leon136
    Participant
    42 pts

    Und schon ausprobiert wie gut das funktioniert ?

    #7766 Score: 0

    guesswho999
    Participant
    47 pts

    Ich habe etwa vor einer Woche damit angefangen. Die Jungs von Lumagen haben ein richtig gutes Händchen dafür, Dokumentation so zu schreiben, daß sie niemand versteht.
    Und deswegen ist das im Moment noch Learning-By-Doing. Aber das Ergebnis, das ich in den letzten Tagen gesehen habe, finde ich sehr überzeugend.

    Für mich ist im Moment der größte Vorteil, daß ich ohne Laptop und Software Änderungen machen kann. In die LightSpace-LUT musste ich immer noch einiges an Arbeit reinstecken, weil Graustufen und Durchzeichnung damit nicht auf Anhieb passten (ich schätze, das wird nur besser, wenn man das Geld für einen K-10A auf den Tisch legt und eine Display-Charakterisierung mit 17^3 Punkten macht).

    Mit Intensity Mapping ist es für mich wesentlich einfacher und stimmiger. Mit dem X5000, niedrigem Lampenmodus und Blende -2 gehe ich mit 141 Nits Spitzenhelligkeit auf die Leinwand. Die Durchzeichnung bekomme ich spätestens mit dem Black-Setting passend. Der gesamte Helligkeitseindruck ist stimmig. Und die Highlights sind im Rahmen der Möglichkeiten auch OK.

    Es hat aber auch einen Nachteil. Im wesentlichen stellt man HDR damit „per Auge“ ein. Mit Kalibrieren hat das nichts zu tun. Man kann hinterher aber immerhin noch nachmessen, was man vorher eingestellt hat.

    Ich weiß, daß es keinen Sinn macht, HDR-Screenshots zu posten. Aber vielleicht lässt sich das hier ja wenigstens im Ansatz erkennen.
    Das sind zwei Szenen, aus dem Marsianer, die ich für Helligkeitseindruck und für die Durchzeichnung verwendet habe. Das Columbia Studio-Logo oben eignet sich sehr gut, um den Transition-Parameter zum Herausarbeiten der Highlights zu setzen. Passt er nicht, sieht man nur den Schein der Fackel und nicht mehr die Wolkenstruktur.

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