Selten wurde einem HighEnd Beamer so stark entgegen gefiebert, wie dem Sony VPL-VW760 und noch nie gab es derart viele Vorbestellungen in dieser Preisklasse. Und auch wir lehnten uns im September weit aus dem Fenster mit dem Satz, Sony hätte „alles richtig gemacht“ mit dem „Beamer des Jahres“ VW760.

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Nun hat der VW760 endlich den Markt erreicht und wir messen gerade mehrere Dutzend VW760 für die immer beliebter werdenden Cine4Home optimierten Versionen. Gestern waren wir dafür bei unserem Fachhandelspartner Heimkinoraum und haben die ersten Hard Facts für unsere Leser gesammelt.

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Wie gut schlägt sich der VW760 nun in Wirklichkeit gegenüber unseren Prognosen? Hier die ersten Ergebnisse, die in den nächsten Tagen vervollständigt werden.

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Das äußere Erscheinungsbild ist seit der Funkausstellung bekannt: In der Form lehnt sich der neue VW760 an Sonys ersten HighEnd Heimkino Beamer, dem legendären VW100 „Ruby“ an, diesmal allerdings im komplett schwarzen Gewand.

Im Inneren bietet er gegenüber seinen Vorgängern und kleinen Brüdern der VW-Serie vor allem drei begehrte Neuerungen: Der HDMI Chipsatz verfügt über die volle 18Gbps Bandbreite und unterstützt auch bei 60Hz Signalen hohe Farbauflösungen. Ebenfalls ist die lang vermisste Zwischenbildberechnung (Motionflow) für 4K Inhalte mit an Bord und last but not least wurde die herkömmliche UHP Lampe durch eine langlebige Laserlichtquelle ersetzt.

Dies bringt uns zum ersten Test und Ergebnis: Konsolenspieler haben sich bei vergangenen VW-Serien darüber beschwert, dass 60Hz/HDR Quellen, wie sie vor allem bei Videospielen vermehrt vorkommen, nur mit Farbreduktionen wiedergegeben werden. Dies ist beim VW760 nicht der Fall, zusammen mit dem niedrigen InputLag ist der neue Laserbeamer für „HighEnd-Zocker“ geeignet.

Lichtleistung
Sony gibt in den technischen Daten eine Brutto-Helligkeit von 2000 Lumen an, in unserem Preview haben wir eine kalibrierte Helligkeit von 1600 Lumen prognostiziert.  Die ersten von uns vermessenen Geräte übererfüllen diese Erwartungen: Bei nativer Farbtemperatur, der mit Rotmangel einhergeht, erreichen sie brutto zwischen 2000 und 2100 Lumen (Zoom Max). Im D65 Werkssetting werden 1650 Lumen geboten, optimiert man die Farbtemperatur im Service Menü, sind zwischen 1750 und 1850 Lumen möglich. Wir werden diese ersten Ergebnisse im Serienschnitt überprüfen.

 

Kontrast
Schon das Einstiegsmodell VW260 bietet einen nativen Kontrast von 13,000:1 bis 18,000:1, unsere September-Prognose zwischen 10,000:1 und 20,000:1 war demnach sehr konservativ. Und auch hier wurden wir nicht enttäuscht: Mit deaktiviertem Laser-Dimming erreichten die ersten VW760 ein Kontrastverhältnis zwischen 15,000:1 und 20,000:1 nach Kalibrierung (brutto 18,000:1 bis 23,000:1). Kombiniert mit einem Schachbrettkontrast von 360:1 bietet der VW760 eine hervorragende Bildtiefe, deren Dynamikumfang durch zuschaltbares Laserdimming auf 30,000:1 bis 60,000:1 gesteigert werden kann. Das ist ein moderates Maß, dass störendes Bildpumpen verhindert.

 

Farbraum
Das bis dato wohl spannendste Geheimnis des VW760 war der native Farbraum. Bisherige Triluminos Geräte der VW-Serie verfehlten den Kinofarbraum (DCI P3), wie ihn UHD Premium Blurays und Streaming-Quellen nutzen, noch recht deutlich, lediglich das Topmodell VW5000 erreicht ihn mit Hilfe eines speziellen DCI Filters (ebenso wie die VW1100, der jedoch nicht HDR kompatibel ist). Seit unseren Analysen der Kurzdistanzvariante VZ1000, die weit über 2000 Lumen mit einem über 90%igen DCI Farbraum kombiniert, wurden wir optimistisch, dass der VW760 dies „erben“ könnte. Und unser Optimismus wurde erhört:

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Mit nur leichten Abstrichen in Rot und Grün erreicht der native Farbraum des VPL-VW760 eine sehr gute DCI Abdeckung und ist als quasi als „UHD Premium“ tauglich einzustufen. Die wirklich gute Nachricht dabei: Er erreicht diesen Farbraum völlig ohne lichtmindernden DCI-Filter, behält also seine vollen 1700 bis 1800 kalibrierte Lumen. Gerade in Verbindung mit unserem otpimierten dynamischen HDR-Setup erreicht der 760er eine HDR-Brillanz, wie wir sie sonst nur vom VW5000 her kennen.

 

Schärfe
Wie erwartet hat der 760er das Objektiv des VW550er geerbt, das aufgrund eine hohen Serienstreuung nicht unumstritten war. Die bisher von uns gesichteten Seriengeräte zeigten bis her „zum Glück“ keine großen Ausreißer, die Schärfe ist über die gesamte Bildfläche gut. Aus nächster Nähe sind leichte Chromatic Abberation zu erkennen, die aus normalen Betrachtungsabständen aber kein Problem darstellen. Wie gut die Serientoleranz in der „breiten Masse“ ist, werden wir nach Sichtung weiterer zwei Dutzend Geräte abschließend beurteilen können.

Die 4K-Zwischenbildberechnung bietet den derzeitigen Stand der Technik und erhöht die Bewegungsschärfe von 4K Material erheblich, das die Reaktionszeit der SXRD Panels schnell genug ist, um Wirkung zu zeigen. Bei komplexen, schnellen Bewegungen hat sie in dem Preset „Schwach Glätten“ den Hang zum Rückschalten auf 24p, was störende Artefakte und unregelmäßige Bildhänger vermeidet.

Erstes Zwischenfazit
Soweit die ersten Ergebnisse, die wir im Laufe der nächsten Tage in diesem Artikel, in diversen Facebook Gruppen und auch in dem Kommentarbereich (unter dem Artikel) sowie in dem angekoppelten Forum regelmäßig ergänzen werden.

Zuschneiden

Bisher scheint der VW760 alle Erwartungen zu erfüllen, die Analyse ist aber noch nicht abgeschlossen. Vor allem die Serienstreuung bleibt ebenso zu untersuchen, wie einige kalibriertechnische Besonderheiten.

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Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie über diese Kanäle direkt Kontakt zu uns aufnehmen!

Cine4home.de Beamer und Heimkino Testmagazin Community Test: Sony VPL-VW760 – Endlich erste Messergebnisse!

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Dieses Thema enthält 217 Antworten und 24 Teilnehmer. This post has been viewed 46560 times Es wurde zuletzt aktualisiert von Nate Nate vor 4 Wochen, 1 Tag. This post has been viewed 46560 times

Ansicht von 8 Beiträgen - 211 bis 218 (von insgesamt 218)
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  • #12312 Score: 1
    Nate
    Nate
    Participant
    5 pts

    Hallo allerseits ,

    das „Muster Glasfilter Tuning“ meines 760 ist nach Monaten der Terminfindung etc. nun endlich Anfang September geglückt; D!

    Hier sind meine persönlichen Eindrücke zu dem Tuning – Kurz und Bündig mit meinen Worten Zusammengefasst 

     

    Ekki hat es tatsächlich Geschafft den passenden Farbton zu ermitteln und die Einstellungen am Beamer so Abzustimmen das alles stimmig ist. Dabei wurde das Benutzer 5 Setting und jeweils bt709 und bt2020 angepasst / Kalibriert mit dem Filter Aufsatz. Wir haben zusätzlich diverse Einstellungen im Menü angepasst. Allerdings stellte es  sich schwieriger heraus als gedacht den passenden Glasfilter mit dem richtigen Farbton zu finden – das war dann doch eine größere Herausforderung incl. Geduldsprobe und Bastelei. Da wir wie gesagt leider keinen passenden Filter auf Anhieb finden konnten und wir nur ein Farbglasmuster ohne Einfassung provisorisch benutzten, musste auch im Nachhinein speziell für mich ein Glas nachgefertigt werden – mein Dank auch an die Glasfilterbauer.

    Ich bin leider kein Kalibrierungsspezialist und kann daher auch keine Fachkundigen Antworten liefern ob nun alles 100% der Normen usw. Entspricht, also bitte Nagelt mich nicht fest =)….Mir persönlich ist es aber auch schlicht egal ob alles nach Norm etc. ist – das einzige was für mich zählt ist das projizierte Bild, und das ist echt TOP!

    Nun zum eigentlichen Bildeindruck:

    Der Inbild Kontrast hat sich tatsächlich verbessert und das schwarz ist etwas dunkler, wobei die max. Helligkeit nahezu gleich geblieben ist. Die Farben stimmen auch, Weiß passt auch (kein Farbstich) – somit hat es sich für mich gelohnt.

    Was mir beim Glasfilter aufgefallen ist, das es imho weder Schärfeverlust, Farbverfälschungen noch Spiegelungen gibt – das waren meine größten Bedenken!

    Fazit:  Hat es sich gelohnt??? Ja für mich schon – ABER der Unterschied ist nun nicht so gravierend wie ich es mir erhofft hatte, aber es ist auf jeden Fall ein Zugewinn!

     

    > Vielen Dank nochmals von meiner Seite an Ekki für seine Geduld und sein Engagement und die restlichen Beteiligten. War wirklich ein aufschlussreicher und echt gediegener Nachmittag.

    Jetzt freu ich mich auf die neue Firmware Ende September und danach bin ich wunschlos Glücklich mit dem 760!

     

    Cheerz

     

     

    Mori
    #12317 Score: 1
    Nate
    Nate
    Participant
    5 pts

    Hi,

    Nach einigen Tagen mit dem Glasfilter im Einsatz kann ich nun wirklich sagen das es der richtige Schritt war mit Ekki das Muster-Tuning durchzuziehen, denn das Bild ist jetzt echt genial und hat noch mehr Tiefenwirkung incl. super Kontrast – HDR sieht genial aus – besonders mit Games von Xbox one X und PS4 Pro Zuspielung.

    Daumen hoch!

    Anbei noch ein Bild des Filters.

     

    Gruß

    Ekki Schmitt
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von Nate Nate.
    Dateianhänge:
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    #12933 Score: 0
    Ekki Schmitt
    Ekki Schmitt
    Keymaster
    58 pts

    Na, das freut mich ja, dass das endlich Mal geklappt hat mit unserem Termin

     

    #12943 Score: 1

    MightyMike
    Participant
    1 pt

    Hi Nate,

    thanks für das Update.

    Bin jetzt nur was verwirrt: Laut einem Kalibrier-Youtuber soll so ein Filter den Kontrast gar nicht steigern und der Schwarzwert auch nicht besser werden? Und die Farben sollen auch voll daneben sein?

    Wie beurteilst Du das?

    Mike

     

     

    Nate
    #12944 Score: 0
    Nate
    Nate
    Participant
    5 pts

    Hi Mike,

    also ich kann natürlich nur von mir/meinem Beamer berichten, und da passt wirklich alles, ich war auch bei der Kalibrierung dabei und konnte miterleben das laut Kalibrierungsprogramm die Farben usw. stimmen ;D!! Vor allem JETZT mit dem Dualen Dimming – ein Traum!

    Es kann natürlich sein das den besagten Beamer aus dem YT Video jemand „verkurbelt“ hat ODER dieser schlicht und ergreifend nicht korrekt mit dem Filter Kalibriert wurde….

    Aber ich bin mir sicher das Ekki hierzu mehr sagen bzw. dies besser erklären kann was es damit auf sich hat

     

    Gruß

    #12945 Score: 0
    Nate
    Nate
    Participant
    5 pts

    Hi,

    also ich hab gestern Abend extra nochmal´s diverse Testbilder UND Filmszenen in SDR, 3D und HDR (u.a. Burosch, R. Masciola’s usw.) gesichtet und kann definitiv keine falschen Farben oder ähnliches feststellen, und der Schwarzwert incl. Inbildkontrast ist nach dem Filter und Iris update um einiges besser.

    bin sehr pingelig was das Bild angeht, hatte bisher immer Kalibrierte Beamer (seit bereits über 20 Jahren ^.^) > c4h editionen oder anderweitig Professionell kalibriert, und von daher kann ich imho ganz gut abschätzen ob das Bild bescheiden oder inwandfrei ist…

    Außerdem kommt es mir so vor als ob der Laser nun insgesamt mehr „punch“ in´s Bild bringt und auch heller ist wenn´s drauf ankommt!

    ….Wenn es zu guter Letzt endlich noch 3D Brillen geben würde die weniger bis kein Licht mehr schlucken würden dann würde ich ausflippen (im positiven Sinne ;D!) – hab ja die Hi-Shock black diamond und die sind schon echt super.

     

    Gruß und schönes WE an alle

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von Nate Nate.
    #12948 Score: 1
    Ekki Schmitt
    Ekki Schmitt
    Keymaster
    58 pts

    Also dass ein Schwarzwert mit „Sonnenbrille“ (Filter) dunkler werden muss, ist so selbsterklärend, dass das wohl als unbestreitbar angesehen werden kann.

    Wenn jetzt jemand keine Veränderung mit Filter im Schwarzwert messen kann, dann sollte er seine Messmethoden überprüfen. Oder er ist nicht ehrlich.

    Oder?

    Gruß,
    Ekki

    Nate
    #12969 Score: 0
    Nate
    Nate
    Participant
    5 pts

    Hi,

    Ekki hast Du auch schon was von der „dynamic tone mapping“ funtkion gehört die angeblich mit einer neuen Firmware implementiert werden soll? Ist da was dran?

     

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