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Plasmadisplays etablieren sich immer mehr im Heimkinomarkt. In Japan
erhöhten sich dieses Jahr die Verkaufszahlen um ein Vielfaches. Und
auch hierzulande erfreuen sich die superflachen Großbildfernseher
einer zunehmenden Beliebtheit. Viele Vorurteile, die zu Anfangszeiten
der Plasmatechnologie entstanden, werden durch stetige Verbesserungen
immer mehr widerlegt. Was bleibt, sind die hohen Preise. Sie liegen immer
noch in der aufwändigen Technik und Herstellung begründet. Bessere
Geräte liegen derzeit jenseits der € 5000.- .

Eines der Geräte der gehobenen Preisklasse ist das Display TH-42PHW5EX
von Panasonic. Es ist sowohl im Profi- als auch Heimbereich einsetzbar.
Wir haben es eingehendst untersucht.
Ausstattung & Technik
Das Display hat eine beachtliche Größe von 42 Zoll (106cm).
Damit ist es größer als alle erhältlichen Röhrenfernseher.
Größer ist auch die Auflösung. Mit 1024 x 768 Pixeln im
16:9 Format (WXGA) ist sie wesentlich höher als es der PAL-Standard
erfordert. Dieser Auflösungsüberschuss kann durch zukünftige
Bildstandards wie HDTV oder durch externe Zusatzgeräte wie Scaler
oder HTPCs sinnvoll genutzt werden. Aber auch einem gelegentlichen Anschluss
des heimischen PCs zum Spielen oder Surfen kommt er zugute.
Die Verarbeitung des Displays ist vorbildlich und wird dem hohen Preisniveau
in vollem Umfang gerecht. Man bemerkt schnell, dass es sich um ein High-End
Produkt handelt.
Da das Modell im Hinblick auf professionelle Anwendungen universell einsetzbar
sein soll, hat Panasonic die Technik modular aufgebaut: Das Display wird
einzeln, nur zusammen mit einer Fernbedienung ausgeliefert. In dieser
"Basisversion" findet man lediglich einen 15 poligen RGB Sub-D
Eingang und eine RS-232 Schnittstelle für den Anschluss eines PCs,
dies reicht in vielen bereichen wie z.B. Flughäfen oder Infostände.
Weitere Eingänge können durch separat erhältliche Videoboards
integriert werden. Sie werden einfach als Steckkarte in das Gerät
eingeführt. Je nach Anwendung kann so die Signalverarbeitung optimal
auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden. Eine sehr gute
Idee in unseren Augen, denn so bezahlt der Kunde nichts, was er nicht
wirklich braucht. Gleichzeitig muss er nicht störende Kompromisse
eingehen. Auch an den Heimanwender wurde gedacht: Sowohl separate Lautsprecher
als auch eine spezielle Multimediabox mit integriertem Tuner für
den Fernsehempfang sind erhältlich.
Das Zubehör im Einzelnen:
- TU PT-600E : Die optionale Multimediabox mit TV-Tuner
und diversen Eingängen (z.B. RGB oder YUV progressive (480p / 576p)).

- TY-42TM4Z (RCA) : Anschlusskarte mit zahlreichen Eingängen für
Composite, S-Video, YUV und RGB.

- TY-42TM4Y: Anschlusskarte mit professionellen BNC-Anschlussbuchsen

- TY-42TM4D: DVI-Anschlusskarte

- TY-SP42P5W-H : Lautsprecher zur direkten Montage am Display
- TY-ST42PF3 : Mobiler Standfuß mit Rollen
- TY-CE42PS1 : Deckenhalterung (hängend)
- TY-ST42PW1 : Wandständer mit Halterung
- TY-WK42PR1 : Wandhalterung mit 20 Grad Neigungswinkel
- TY-WK42PV1: Wandhalterung
Mit all diesen Optionen lässt sich das Gerät optimal in jede
erdenkliche Konfiguration einfügen. Alle Bildsignalstandards werden
unterstützt: Composite, S-Video, YUV (480i/p, 576i/p, HDTV 720p,
1080i), RGB und sogar DVI.
Bedienung
Die Bedienung des Gerätes ist ausgesprochen gelungen. Die On ScreenMenus
sind schlicht gehalten und bieten damit eine sehr gute Übersichtlichkeit.
Sie lassen sich mit der Fernbedienung gut steuern. Allerdings ist die
Reaktionszeit bisweilen ein wenig langsam.

Die mitgelieferte Fernbedienung ist optisch wenig ansprechend und wird
dem High-End Gerät nicht gerecht. Allerdings liegt sie gut in der
Hand und auch die Tastenanordnung ist ergonomisch und übersichtlich
gestaltet.

Eine wesentlich umfangreichere und hochwertigere Fernbedienung erhält
man mit dem Kauf der optionalen Multimediabox. Sie bietet alle relevanten
Funktionen und wirkt auch optisch ansprechend.

Einstellmöglichkeiten für Bild und Ton bietet das Display in
Hülle und Fülle. Damit lassen sich gerade im Bildbereich sehr
gute Abstimmungen und Bildergebnisse mit allen möglichen Signalquellen
erzeugen:
Bildtest
Farbumfang
Ein möglichst großer Farbumfang ist für eine kräftige
und detaillierte Farbwiedergabe besonders wichtig. Je mehr Potenzial ein
Gerät in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau aufweisen kann,
desto kräftiger sind die Farben und desto mehr Farbabstufungen können
erzeugt werden. Der Farbumfang des TH-42PHW5EX zeigt sich sehr gut.

("Klick" auf das Bild
für Vergrößerung)
Im CIE Chart wird das Farbspektrum des Displays als weißes Dreieck
aufgezeigt.
Wie man sieht, werden auch die (hohen) HDTV Standards (schwarzes Dreieck)
weitgehend erfüllt. Nur in tiefblauen Farbtönen müssen
Abstriche gemacht werden.
Farbtemperatur
Eine umfangreiches Farbspektrum bildet zwar die Grundlage für eine
gute Farbwiedergabe, gewährleistet aber noch nicht die akkurate Farbreproduktion
von Videomaterial. Hierfür ist eine sogenannte Farbkalibrierung nötig.
Die Grauskala (Graustufen verschiedener Helligkeitsstufen) muss auf die
für Video verwendete Farbtemperatur von 6500K (in etwa die Farbe
von Mittagssonnenlicht) kalibriert sein.
Eine solche Farbkalibrierung kann unter Umständen recht aufwändig
sein. Zum Glück sind die Werkseinstellungen des Panasonic-Plasmas
durchschnittlich gut und erfordern wenig Nachkorrektur.

Werkseinstellung der Farbtemperatur
("Klick" auf das Bild für Vergrößerung)
Das Diagramm zeigt, dass Grau bzw. Weiß in fast allen Helligkeitsbereichen
den erforderlichen 6500K (gestrichelte Linie) nahe kommt. Sie weicht ein
wenig nach oben ab. Nur unterhalb von 10 IRE (dunkelgrau) verlässt
sie die Ideallinie deutlich.
Für all diejenigen, die diese Farbtemperatur "perfektionieren"
wollen, stehen im Bild Menu separate Rot und Blau - Einstellregler, getrennt
für Bias und Gain, zur Verfügung.
Mit so differenzierten Kalibrierungsmöglichkeiten ist eine sehr
gute Einstellung stets gewährleistet.
Die Kombination aus sehr gutem Farbumfang und homogener Farbtemperatur
ergibt im Filmbetrieb eine außergewöhnliche Farbdarstellung.
Die Farben wirken lebendig und ausgeprägt, gewährleisten aber
auch gleichzeitig die akkurate Farbwiedergabe des Filmoriginals. Diese
optimale Kombination bewirkt eine ungemein natürliche Charakteristik.
Schwarzwert, Kontrast, Helligkeit
Eines der Hauptprobleme der Plasmatechnologie waren bislang der nur mäßige
Schwarzwert und der daraus resultierende begrenzte Kontrast. Wie bei der
Digitalprojektion erschien Schwarz eher als Dunkelgrau und beeinträchtigte
die Plastizität und Bildtiefe in dunklen Bereichen. Kontrastverhältnisse
lagen deutlich unter 1000:1.
Diese Probleme gehören bei dem TH-42PHW5EX der Vergangenheit an.
Der Schwarzwert ist derart gut, dass schon bei normalem Umgebungslicht
kaum ein Unterschied zu herkömmlichen Röhrenfernsehern ausgemacht
werden kann. Selbst in abgedunkelten Räumen stört er das Bildempfinden
auch in dunklen Szenen nicht. Sämtliche Details werden gut durchgezeichnet
und sind deutlich zu erkennen. Das gefürchtete "verschlucken"
dunkler Bildinhalte wird vermieden. Im Ergebnis zeigt sich ein durchweg
plastisches Bild mit sehr guter Tiefe.
Die Maximalhelligkeit ist ebenfalls vorbildlich. Auch in hellen Räumen
ist die Lichtleistung gut genug, um ein deutliches Videobild darzustellen.
In dunklen Räumen muss man beinahe schon die Bildhelligkeit reduzieren,
so "strahlend" erscheint sie.
Ein sehr guter Schwarzwert und eine große Maximalhelligkeit; dementsprechend
gut ist das Kontrastverhältnis. Die Herstellerangabe von 3000:1 ist
tatsächlich nicht übertrieben.
Mit derart guten Werten wurde die Hauptlücke gegenüber der Röhrentechnik
nahezu geschlossen.
Homogenität
Ein gutes Kontrastverhältnis lässt sich nur mit einer homogenen
Gammaverteilung optimal ausnutzen. Sie ist wichtig, um die Helligkeitsdifferenzen
des Videosignals akkurat und gleichmäßig wiederzugeben. Ist
die Gammaverteilung ungleichmäßig, werden bestimmte Helligkeitsbereiche
zu hell oder zu dunkel wiedergegeben. Das Bild wird verfälscht und
entspricht nicht mehr dem Kinooriginal.
In Abhängigkeit vom Video-Encoding ist eine Gammaeinstellung / Gammakurve
mit einem Wert von 2.2 optimal. Je genauer sie eingehalten wird, desto
gleichmäßiger ist die Helligkeitsverteilung.
Das Panasonic Plasmadisplay verfügt über eine in Stufen einstellbare
Gammakurve (2 -2,5). Die gewählten Einstellungen sind überraschend
"perfekt".

("Klick" auf das Bild
für Vergrößerung)
Das Diagramm zeigt die homogene Gammakurve, besser geht es kaum noch.
Soweit so gut, würde da nicht ein Plasma-spezifisches Problem "dazwischenfunken":
Die Plasmakammern benötigen zur Leuchtanregung ungemein viel Strom.
Je heller das erzeugte Bild, desto mehr Strom. Der Stromverbrauch für
helle Weißbilder ist derart hoch, dass das Bild "künstlich"
heruntergeregelt wird. Diese "Nachdunklung" liegt in direkter
Abhängigkeit des Weißanteils vom Gesamtbild. Unsere Tests haben
gezeigt, dass z.B. die Helligkeit des Bildes kontinuierlich mit wachsendem
Weißanteil abnimmt: Je mehr Weiß im Bild, desto geringer die
"Brightness".
Bei einem kompletten Weißbild ist das Plasmadisplay nicht in der
Lage, über eine Helligkeit von 70 IRE hinauszugehen. Die gemessene
Gammakurve verdeutlicht diese Limitierung:

("Klick" auf das Bild
für Vergrößerung)
Über 70 IRE sind kaum noch Helligkeitsgewinne zu verzeichnen. Dies
bedeutet, dass im Videobild sämtliche helle Details verloren gehen.
Zu dieser zunächst "erschreckenden" Erkenntnis müssen
allerdings einige Ergänzungen gefügt werden: Ein komplett weißes
Bild taucht im "normalen" Filmbetrieb äußerst selten
auf, in der Regel nur bei Weiß-Blenden. Sie sind auch nur bei Filmen
im 16:9 bzw. 1,85:1 Format ein Problem. Ein Cinemsacope (2,35:1) Film
kann durch sein schmales Bildformat das Plasmapanel auch bei komplettem
Weiß nicht wesentlich "überlasten". Einzelne Farbflächen
wie z.B. Rot oder Grün führen ebenfalls, sogar bei gesamter
Bildausnutzung, nicht zu Gammaverlust.
Im Filmbetrieb konnten wir durch dieses Phänomen, dass übrigens
alle zur Zeit erhältlichen Geräte betrifft, keine großen
Einschränkungen vernehmen, zu gering ist der Weißanteil. Auch
helle Filme mit Wüstenszenen konnten das Plasma nicht in die Knie
zwingen. Nichtsdestotrotz beeinträchtigt die Gammaabnahme eine optimale
Helligkeitsverteilung für bestimmte Bild-Konstellationen. Aufgrund
der vielen Variablen, die hier Einfluss nehmen, kann man keine "stets
perfekte" Gammaverteilung gewährleisten.
Ausleuchtung (Shading)
Projektorenfreunden wird das Problem der homogenen Ausleuchtung ein Begriff
sein. Gerade bei großen Bildern ist es schwierig, eine gleichmäßige
Helligkeits- und Farbverteilung über das gesamte Bild zu gewährleisten.
Auch Plasmas haben bisweilen das Problem, dass die Farbtemperatur von
Grauflächen nicht immer "komplett" homogen ist. Der Panasonic
TH-42PHW5EX zeigt hier sehr gute Ergebnisse. Die Farbtemperatur im mittleren
Bildbereich weicht nur ganz minimal von der der Bildränder ab. Der
Unterschied ist nur bei genauester Betrachtung mit Grauvollbildern auszumachen.
Im Filmbetrieb ist er nicht sichtbar.
De-Interlacing
Plasmadiaplays arbeiten nicht im Zeilensprungverfahren wie herkömmliche
Fernseher. Sie zeigen Bilder stets progressiv, d.h. mit voller vertikaler
Bildauflösung (wie ein Computermonitor) an. Da aber viele Ausgabegeräte
nur ein "interlaced" Signal (im Halbbildverfahren) ausgeben,
muss die Auflösung dieser Signale intern von der Plasma-Elektronik
angepasst werden. Diese Aufgabe übernimmt der "De-Interlacer".
Es wird zwischen zwei Signalarten unterschieden:
De-Interlacing von Videomaterial
Videomaterial erzeugt 50 bzw. 60 verschiedene Halbbilder pro Sekunde.
Jede Momentaufnahme, ein Halbbild, verfügt nur über die halbe
vertikale Auflösung. Die "Lücken" müssen von
dem De-Interlacer komplett interpoliert werden. Für ein Plasmadisplay,
mit dem täglich auch normale Fernsehsendungen, wie Nachrichten, Sport
und Shows angeschaut werden, ist ein gutes De-Interlacing von Videomaterial
besonders wichtig. Alle erwähnten Programme arbeiten nämlich
in diesem Halbbildverfahren. Der De-Interlacer des Panasonic TH-42PHW5EX
ist hierfür ausgelegt. Er berechnet die "fehlenden" Zeilen
sehr gut ohne Artefaktbildung. Auch schnelle Bewegungen und Laufschriften
werden ohne störende, falsche Bildelemente wiedergegeben. Die Schärfe
wird nicht beeinträchtigt.
De-Interlacing von Filmmaterial
Im Gegensatz zu Videomaterial erzeugt Film nur 24 bzw. 25 verschiedene
Momentaufnahmen pro Sekunde. Ein Kinobild wird bei der Videoüberspielung
in zwei Halbbilder aufgeteilt. Für eine Progressive Darstellung müssen
diese zwei aufeinanderfolgende Halbbilder wieder zu einem Kinobild zusammengesetzt,
verflochten werden.
Leider hat der De-Interlacer des TH-42PHW5EX keinen auf Film optimierten
Modus. Bei der Wiedergabe von Filmen, z.B. von DVD, werden die Kinobilder
nicht akkurat "rekonstruiert". Die Folgen sind Kantenflimmern
bei kleinen Details mit starken Kontrasten. Besonders bei vertikalen Bewegungen
wird das mäßige De-Interlacing deutlich. Der Kameraschwenk
über die Gebäudedächer in "Gladiator" zeigt z.B.
ein künstlich wirkendes Bild, bei dem sämtliche Details geradezu
flimmern.
Hier wird viel Bildpotenzial des Plasmadisplays verschenkt. Für die
Filmwiedergabe empfehlen wir daher einen externen Scaler oder Progressive
Scan DVD Player. Sie übernehmen die Aufgabe des De-Interlacens und
sorgen für wesentlich bessere Ergebnisse.
Der De-Interlacing Test hat gezeigt, dass bei dem Panasonic Plasma der
Schwerpunkt auf alltägliches Fernsehprogramm gelegt wurde. Das Manko
der mäßigen Filmwiedergabe kann aber durch gute Zuspielung
ausgeglichen werden.
Dennoch: In dieser Preisklasse kann der Kunde mehr "Grundausstattung"
erwarten.
Detailtreue / Skalierung
Das Display verfügt über ein sehr gutes Schärfepotenzial.
Mit einer Auflösung von 1024 x 768, die weit über dem PAL-Standard
liegt, ist es zumindest theoretisch möglich, sehr scharfe Bilder
zu erzeugen. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine sehr gute
Skalierungselektronik. Sie rechnet die Auflösung des Ausgangsmaterials
(z.B. DVD mit 720 x 576 Pixel) auf die native Auflösung des Displays
um, ähnlich wie beim De-Interlacen von Videomaterial. Je genauer
sie dies macht, desto besser ist die Detailwiedergabe / Bildschärfe.
Die Skalierung des Panasonic TH-42PHW5EX ist in der Vertikalen außergewöhnlich
gut. Kleinste Details werden scharf wiedergegeben. Auch bei bewegten Elementen
verändert sich die Linearität so gut wie nicht. Selbst kleinste
Laufschriften bleiben fast vollständig gleichmäßig, sowohl
in der Bewegung als auch in den Proportionen.
Eine homogene Schärfedarstellung von DVD Bildmaterial bis 6,75 MHz
stellen somit kein Problem dar.
Auch die vertikale Skalierung ist mit sehr gut zu bewerten. Nur bei Kleinstelementen,
wie etwa einzeilige Details, sind minimale Linearitätsverschiebungen
auszumachen.
Im Filmbetrieb gewährleistet das Plasmadisplay damit eine wirklich
außerordentliche Bildschärfe, die auch feine Strukturen angemessen
wiedergibt. Durch die Skalierung wirkt das Bild nicht künstlich scharf,
oder "digitalisiert", sondern behält seinen natürliche
Charakter.
Overscan / Pixel Cropping
Heimkinofreunde sind stets darauf bedacht, wirklich das gesamte Filmbild
auf den Bildschirm zu "bannen". So mancher (bessere) Regisseur
zeigt auch an den Filmrändern subtile Handlungsketten, die nicht
beschnitten werden sollten.
Der TH-42PHW5EX hat im VideoMenu verschiedene Einstellmöglichkeiten
zur Bildgeometrie. Sowohl horizontale als auch vertikale Bildgröße
und Lage können angepasst werden. Damit ist es möglich, wirklich
das gesamte Filmbild optimal auf die Bildschirmgröße anzupassen.
Ein Luxus, der nicht einmal bei Projektoren hoher Preisklassen die Regel
ist. Doch Achtung: Die Geometrieeinstellungen beeinflussen zwangsläufig
die Skalierung des Bildes. Ein wenig Zeit muss der Perfektionist daher
mitbringen, um eine optimale Skalierungs / Overscan Kombination zu finden.
Artefakte: False Contour, Rainbow
Effekt, Rauschen, Nachziehen
Aufgrund der Funktionsweise der Plasmadarstellung ergeben sich eine Reihe
kleinerer Artefakterscheinungen, die bis zum jetzigen Stand der Technik
nicht gelöst werden konnten. Die meisten zeigen deutliche Ähnlichkeit
zu bekannten DLP-Artefakten und sind technisch auch ähnlich begründet.
Rauschen
Plasmadisplays erzeigen Helligkeitsabstufungen durch eine sogenannte
Intervallschaltung. Durch schnelles Án- und Ausschalten der Phosphorpixel
wird die Lichtmenge bestimmt: Je dunkler der Farbton, desto länger
die Intervalle.
In dunklen Farb- und Grautönen entsteht durch diese Technik ein ungewolltes
Farbrauschen, oft auch als "Ameiseneffekt" bezeichnet. Auch
der TH-42PHW5EX zeigt dieses Problem. In dunklen Bildelementen ist ein
deutliches Rauschen bzw. eine kleine Rasterung zu erkennen.
False Contour
Ebenfalls in der Intervallerzeugung von Helligkeitsabstufungen liegt der
sogenannte False Contour Effekt begründet. Er umschreibt den Helligkeits-Auflösungsverlust
bei bewegten Bildelementen: Eine vertikaler grauer Balken verliert z.B.
bei horizontaler Bewegung einen Teil seiner Grauabstufungen, er wirkt
digital verfremdet. Diese Bildeinschränkung ist bei dem Panasonic
Display zwar vorhanden, erscheint aber äußerst subtil und ist
im Film nur für geübte Augen zu erkennen.
Nachziehen / Rainbow Effekt
Alle Farbtöne werden durch die drei Grundfarben Rot, Grün und
Blau erzeugt. Für jede Grundfarbe befinden sich separate Phosphorpixel
im Display. Die Leuchtzeiten dieser unterschiedlichen Phosphorsorten sind
derzeit allerdings noch nicht hundertprozentig gleich. Besonders der grüne
Phosphor reagiert später und leuchtet länger nach als Blau und
Rot. Dadurch ergeben sich leichte Nachzieheffekte bei starken Kontrasten
und bewegten Weißelementen. Ein Weißer Hemdkragen zeigt z.B.
einen leicht grünen Rand, wenn sich der Kopf bewegt. Auch bei weißen
Laufschriften auf schwarzem Hintergrund ist dieser grüne Rand zu
beobachten.
Bei schnellen Kameraschnitten mit hellen Bildern machen sich die unterschiedlichen
Leuchtzeiten ebenfalls bemerkbar. Betrachter mit empfindlichen Augen werden
ein sogenanntes Farbblitzen ausmachen können, ähnlich dem Rainbow
Effekt von DLP-Projektionen.
All diese digitalen Artefakte sind nicht auf das Panasonic Gerät
beschränkt.
Sie sind derzeit typisch für die Plasmadarstellung und sämtliche
Geräte aller Hersteller sind mehr oder weniger von ihnen betroffen.
Sie sind allesamt wenig augenscheinig und fallen im normalen Filmbetrieb
kaum auf.
Dennoch sollte jeder Interessent vor dem Kauf durch einen eingehenden
Sichttest überprüfen, wie sensibel er auf sie reagiert.
Anmerkung: Signalverabeitung S-Video
Sämtliche positiven Bildtests beziehen sich auf Signalquellen mit
RGB bzw. YUV Standard. Auf den Anschluss von S-Video Quellen sollte, wenn
möglich, verzichtet werden. Ausgerechnet bei diesem gängigen
Signal zeigt die elektronische Verarbeitung deutliche Schwächen.
Die Farbtrennung ist nur mäßig und liegt in einem schlechten
Kammfilter begründet. Rote Konturen wirken verwaschen. Das De-Interlacing
über S-Video zeigt starke Mängel die zu deutlichen Unruhen in
Details führen. Sogar im Schwarz sind bisweilen Rauschen und Artefakte
deutlich zu erkennen, vergleichbar mit schlechtem Fernsehempfang.
In dieser Preisklasse halten wir solche Mängel für absolut unverständlich,
besonders bei einem sonst so überzeugendem Gerät.
Fazit Bild
Die Fortschritte der Plasmatechnologie der letzten Jahre spiegeln sich
allesamt im Panasonic TH-42PHW5EX wieder. Viele Einschränkungen wurden
deutlich verbessert: Das Kontrastverhältnis von 3000:1 ermöglicht
eine sehr gute Helligkeitsdifferenzierung und räumliche Bildtiefe,
die der Röhrendarstellung nicht mehr viel nachsteht. Die Farbdarstellung
ist kräftig, gleichzeitig natürlich und akkurat in der Farbtemperatur.
Die Auflösung steckt jeden Fernseher in die Tasche und kann die Vorteile
von HDTV bereits nutzen (vgl. unten). Sie bewirkt eine unglaublich gute
Schärfe und Detaildarstellung.
Das Bild des TH-42PHW5EX ist rundum beeindruckend. Egal welches Bildmaterial,
es macht einfach Spaß, dem Gerät "zuzugucken". Bei
der DVD Wiedergabe sollte jedoch auf einen Progressiv Scan Player oder
HTPC (vgl. unten) zurückgegriffen werden. S-Video ist schlichtweg
unbrauchbar.
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Bewertung
Bild gesamt : 2 (Gut)
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Schwarzwert & Kontrast
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1,7 ( Gut +)
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Schärfe & Interpolation
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1,2 (Sehr Gut -)
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Farbwiedergabe
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1,5( Gut +)
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De-Interlacing
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3,5 (Befr. -)
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Sonstige Aspekte
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2,4 (Gut -)
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PC Anschluss / HTPC Fähigkeit
Für die gelegentliche Nutzung als PC Monitor (z.B. für Spiele)
oder für den Anschluss eines Home Tehater PCs (kurz HTPC) sollte
die PC Signalverarbeitung des Plasmadisplays möglichst hochwertig
sein. HTPCs bieten unter Umständen die Möglichkeit, eine noch
bessere Skalierung / Detaildarstellung zu ermöglichen. Außerdem
sind sie in der Lage, NTSC Bildmaterial ohne den sogenannten "Pull
Down", der Bildruckeln erzeugt, wiederzugeben.
Die PC Signalverarbeitung des Panasonic TH-42PHW5EX ist nahezu hervorragend.
Die PC-übliche Auflösung XGA (1024 x 768) entspricht der nativen
Auflösung des Displays und wird vollkommen frei von Skalierung pixelgenau
wiedergeben. Die "Tracking" und "Phase" - Einstellmöglichkeiten
des Bildmenus erlauben ein perfekte Abstimmung. Sämtliche für
die DVD Wiedergabe erforderlichen Bildfrequenzen, allen voran 50Hz und
60Hz, werden absolut ruckelfrei dargestellt.
Mit diesen sehr guten Eigenschaften steht der Anwendung eines hochwertigen
HTPCs nichts im Wege. Auch das Spielvergnügen wird nicht beeinträchtigt.
HDTV Wiedegabe
Die XGA Auflösung des Displays ist zwar nicht hoch genug um HDTV
Material mit 720p bzw.1080i Formaten vollständig auszunutzen, dennoch
zeigen sich bei Zuspielung von HDTV Material deutlich die Vorzüge
des "Zukunftsstandards". Als Test haben wir einen amerikanischen
JVC D-Theater Recorder angeschlossen und waren vom Ergebnis verblüfft.
Eine unglaubliche Detaildarstellung und Farbauflösung beeindrucken
den Betrachter. Immerhin ist die Auflösung von 1024 x 768 Pixel fast
doppelt so hoch wie die des PAL DVD Standards. Dementsprechend "doppelt
so gut" sind die Ergebnisse.
Jedem (kommenden) Besitzer des TH-42PHW5EX können wir daher nur die
Anschaffung eines HDTV Recorders empfehlen.
Fazit gesamt
Noch nie waren Plasmadisplays so gut wie bei der aktuellen Panasonic
Modellreihe. Die Geräte überzeugen durch ein durchdachtes, modulares
Installationskonzept, eine sehr gute Verarbeitung und überwiegend
sehr gute Bildeigenschaften. In vielen Bereichen wurde zur konkurrierenden
Röhrendarstellung aufgeschlossen, in anderen Bereichen sogar übertroffen.
Lediglich das De-Interlacing zeigt Schwächen, die leicht zu beheben
wären. Ferner ist die S-Video Signalverarbeitung inakzeptabel, wir
hoffen, dass Panasonic dies in zukünftigen Modellen verbessert.
Alles in allem zeigt der Panasonic TH-42PHW5EX aber, dass sich die Plasmatechnologie
mittlerweile zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz entwickelt hat, die
bei sinkenden Preisen in der Zukunft die Marktführung übernehmen
kann.
Für jeden, der es sich schon jetzt leisten kann, ist das Panasonic
Modell zu empfehlen. Ein besseres Preis / Leistungsverhältnis bietet
derzeit kaum ein anderes Gerät aus diesem Segment.
Bewertung
+ Modulare Technik
+ Sehr guter Kontrast
+ Gute Bildeigenschaften
+ Gute Verarbeitung
- Mäßiges De-interlacing
- Schlechte S-Video Verarbeitung
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Bewertung
gesamt : 1,6 (Gut +)
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Ausstattung
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1,2 (Sehr Gut)
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Bedienung
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1,4 (Sehr Gut -)
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Technik
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1,8 (Gut +)
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Bild
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2 (Gut)
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Preis Leistung
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1,9 (Gut)
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Anhang: Komponentenvorschläge im Heimkino
Der Panasonic TH-42PHW5EX zeigt nur zwei wirkliche Schwächen: De-Interlacing
und S-Video Signalverarbeitung.
Wir geben an dieser Stelle Tipps, wie man diese Mankos durch Wahl der
richtigen Zuspielung umgehen kann.
Fernsehempfang
Da das Plasma auch als alltäglicher Fernseher benutzt werden soll,
aber über keinen internen Tuner verfügt, muss ein externer Empfänger
zum Einsatz kommen.
Aufgrund der mangelhaften S-Video Verarbeitung des Display sollte auf
einen RGB bzw. YUV Ausgang des Empfängers geachtet werden.
Wer auch Spielfilme (z.B. aus Premiere) schauen will, kann durch den zusätzlichen
Einsatz eines externen Scalers oder HTPCs die De-Interlacing Eigenschaften
und damit die Bildqualität verbessern.
DVD Wiedergabe
Gleiches gilt für die DVD Wiedergabe: RGB bzw. YUV Ansteuerung ist
Pflicht. Für eine optimale Bildqualität empfehlen wir einen
hochwertigen PAL-Progressive DVD Player (zahlreiche Tests aktueller Geräte
finden Sie im Testbereich auf diese Webseite) oder einen hochwertigen
HTPC bzw. Scaler.
Technische Daten (Herstellerangaben):
Bild
- 16:9 Format
- Automatische Formatanpassung
- Progressive Scan
- Antireflex Beschichtung
- Künstliche Intelligenz
Sound
- Ausgangsleistung [16 Watt (MPO)]
Bedienerfreundlichkeit
- Bildschirmmenü
- Fernbedienung
Empfang
- NTSC
- PAL
- PAL-60
- SECAM
Anschlüsse
- VGA-Anschluss (15polig)
- Serielle Schnittstelle (RS-232)
Technische Daten
- Typ: Plasma Bildschirm
- Bildschirmdiagonale (sichtbar): 106 cm (106 cm)
- Pixel: 1024 x 768
- Kontrastverhältnis: 3000:1
- Bildformat: 16:9
- Ausgangsleistung: 16 Watt (MPO)
- Stromverbrauch (Standby): 3,0 Watt
- Breite: 102 cm
- Höhe: 61 cm
- Tiefe: 8,9 cm
- Gewicht: 30 kg
- Farbe: silber
Ekkehart Schmitt
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