Die neue Produktkategorie
des “Gaming”-Beamers ist geboren …

 

Bei dem Wort „Beamer“ denkt man zuerst an das Heimkino, Spielfilme zuhause und eventuell noch das ein oder andere Fußballspiel bei Freunden. Tatsächlich war der Ersatz des Kinos für daheim auch über viele Jahre das Hauptziel viele Großbildfreunde und ist es auch heute noch. Doch in den letzten Jahren entwickelt sich der Großbildprojektor oder „Beamer“ aus diesem kleinen Nischenmarkt immer mehr heraus.

Der Grund für diese Entwicklung ist unser multimediales Zeitalter: Dank Internet, Smartphones, Tablets etc., etc.. ist der Bildschirm zum zentralen und dauerhaften Begleiter aller geworden, wesentlich mehr als zu „TV only“ Zeiten. In jeder Lebenslage sind wir also auf ein Videobild angewiesen: Zum Filmeschauen, TV-Schauen, Kommunizieren mit Freunden (email, Facebook, Whatsapp etc.), Recherchieren, Einkaufen, Banking… und natürlich auch zum Spielen. Die Unterhaltungselektronik per Bildschirm ist allgegenwärtig.

Und wie bei allen „Consumer“-Bereichen, fallen die persönlichen Präferenzen der Zielgruppe außerordentlich unterschiedlich aus: Während für die meisten der Bildschirm nur das Mittel zum Zweck als Anzeigemedium ist und die Bildqualität keine Rolle spielt, wollen andere „mehr“: Mehr Auflösung, mehr Schärfe, mehr Detail und mehr Größe. Gerade auch Gamer erkennen immer mehr, dass ein besonders großes und scharfes Bild sie fesselnder in das Spielgeschehen einbindet, als ein kleiner Minibildschirm.

Doch gerade Gamer setzen in Sachen Bildqualität andere Schwerpunkte, als Heimkinofans: Natürlich sollte das Bild auch hier besonders detailliert sein, so dass man wichtige Elemente möglichst früh im Bild erkennt und schneller reagieren kann, doch Farbgenauigkeit, Helligkeit und absoluter Schwarzwert treten eher in den Hintergrund gegenüber Bewegungsschärfe, Durchzeichnung und vor allem Reaktionszeit! Denn nur ein schnelles Bild, das ohne große Verzögerung das Signal des Computers oder der Spielekonsole reproduziert, gibt dem Gamer genügend Zeit für schnelle Reaktionen. Ein niedriger Input-Lag ist also das „A und O“ eines jeden Monitors, TVs oder Beamers.

Bekannte Computer-Hersteller wie Acer haben das Großbildpotenzial für Gamer erkannt und haben damit begonnen, die Eigenschaften von Projektoren an die Bedürfnisse von Gamern anzupassen. Erstes Exemplar ist das Modell Z650, der aus der speziellen „Acer Predator“ Reihe stammt, zu der auch andere Produkte wie Computer, Monitore usw. gehören.

Mit speziellen Bildmodi, die wahlweise als Preset das Gamma für helle oder dunkle Spiele optimieren, oder es in Echtzeit an den Bildinhalt anpassen, nativer FullHD Auflösung für möglichst detailreiche Bilder und sRGB Farbraum, der Standard, auf den alle Computerspiele geeicht sind, setzt er die für Spieler relevanten Schwerpunkte.

Doch nicht nur in Sachen Bildaspekte liegen die Prioritäten eines Videospiel-Projektors anders, als bei einem Heimkino-Beamer: Er muss in nahezu allen Raumverhältnissen, auch unter „widrigen“ Bedingungen, ein Großbild auf eine beliebig weiße Wand projizieren können. Eine dauerhafte Deckeninstallation ist nicht vorauszusetzen, zumal der Projektor auch portabel sein sollte, um bei Freunden oder Gamer-Events zum Einsatz zu kommen. Aus diesem Grund hat Acer den Z650 Predator als Kurzdistanzbeamer konzipiert.

Auch in der Signalverarbeitung ist der Projektor multimedial flexibel: In seiner Grundausstattung ist er kabelgebunden zu allen relevanten Digitalbildquellen kompatibel, mit optionalen Adaptern ist auch eine kabellose Bildübertragung (HDMI / MHL) möglich. Um ihn zudem von aufwändigen Audioanlagen unabhängig zu machen, verfügt er sowohl über interne Lautsprecher mit DTS Lizenz, als auch über eine Blutooth Sender, um externe Soundbars oder Lautsprecher mit Ton zu versorgen.

Dieser erste technische Überblick lässt erkennen, dass Acer sich tatsächlich über die Ansprüche von modernen „Zockern“ Gedanken gemacht hat. Wie gut dies aber in der Praxis in Anbetracht des günstigen Preises von €999.- schließlich gelungen ist, haben wir kritisch untersucht.


1. Chassis: Ausstattung und Aufstellung

Schon beim Auspacken wird man positiv überrascht: Im Karton befindet sich eine stylische schwarze maßgeschneiderte Tragetasche mit rotem „Predator“-Logo, in ihr kann der Projektor bequem und sicher transportiert werden.

Der Beamer selbst ist nicht weniger stylisch: Statt im typischen, wohnzimmerfreundlichen Weiß präsentiert er sich in einer dynamischen Schwarz-Rot Kombination, bei der man direkt Lust auf „Action“ bekommt. Auch die Formgebung ist nicht konservativ kantig, sondern geprägt durch geschwungene Formen und extravaganten Relief-Rahmen.

Wie bereits erwähnt, projiziert der Z650 Predator über möglichst kurze Wege, um die Einsatz-Flexbilität zu erhöhen: Mit einem speziellen Short Throw Objektiv wird eine Bildbreite von 2m schon aus einem Abstand von nur 1,4m bis 1,5m erreicht. Besonders bei Tisch- bzw. SideBoard-Aufstellung deutlich vor der Sitzposition werden so beachtliche Bildgrößen ermöglicht, die sonst nur bei Deckenprojektion erreicht werden.


Die starke Wölbung des Objektivs erlaubt
die kurzen Projektionsabstände

Gerade das Videospielen über Großbild wird so maßgeblich erleichtert, da die Spieler sich so grundsätzlich hinter dem Beamer befinden und so keine Schatten im Bild entstehen.


Die Projektionsabstände des Z650 Predators erlauben aus kürzester Distanz
maximale Vidospielgröße

Die Anschlussseite des Z650 ist gerade für diese Preisklasse sehr vollständig und üppig, wie man sie selbst in weitaus teureren Preisklassen kaum so zu Gesicht bekommt. Zwei HDMI Einschlüsse (einer davon MHL tauglich) für alle modernen Quellen, analoge Ein- und Ausgänge für PC-Signale und Steuerungsschnittstellen wie USB und RS232, der Z650 lässt hat alles an Bord. Damit lässt er sich problemlos in jede Infrastruktur einbinden, besser geht es kaum.

Doch der eigentliche „Clou“ offenbart sich nach Abnehmen des oberen Gehäusedeckels: Hier kommt der maßgeschneiderte Schacht für das optionale Wireless-Zubehör (z.B. Chromecast zum Vorschein. Dabei handelt es sich nicht nur um einen weiteren HDMI Eingang, sondern auch ein USB-Steuerungskabel liegt hier parat, das den Chromestick auch mit Strom versorgt. Also auf zum nächsten Elektronik-Markt, entsprechenden Google Stick gekauft (€35.-) und in den Beamer eingesetzt, was nur wenige Handgriffe benötigt, schon ist der Z650 „multimediatauglich“. Statt eines Google Chromcast-Sticks kann auch hier das originale Acer Wireless-HDMI Kit eingesteckt werden, mit dem MHL-Videosignale ohne Kabel übertragen werden können.

Ein grundsätzliches Problem bei funkübertragenen Inhalten bleibt der Ton, denn er muss bei Großbildprojektionen meist umständlich über eine externe Surroundanlage geführt werden, Verkabelung inklusive, die die Vorteile der kabellosen Bildübertragung wieder zunichte macht. Zwei Alternativen hat man allerdings mit dem neuen Acer: Er verfügt über zwei eingebauten Lautsprecher mit jeweils 10W Leistung, die für einen Beamer überraschend guten Klang bieten und so für das „schnelle Spiel zwischendurch“ oder auswärts durchaus geeignet sind. Die DTS-Zertifizierung ist dennoch als reiner Marketinggag anzusehen. Zusätzlich ist der Predator auch in der Lage, sämtliche Toninformationen über Bluetooth an externe Lautsprecher zu streamen.

Benötigt wird lediglich ein Bluetooth fähiger Empfänger wie Verstärker, Soundbar oder Lautsprecher, schon erfolgt über sie die Tonausgabe vollautomatisch und kabellos. In dieser Kombination sind deutlich bessere Klangergebnisse erzielbar.

Mit seiner Portabilität inkl. Tragetasche, kurzen Projektionsabständen, den zahlreichen Eingängen, der optionalen Wireless-Übertragung und der flexiblen Tonverarbeitung sind Chassis und Ausstattung gut für das Gaming ausgelegt.

2. Bedienung & Optionen

Die beiliegende Fernbedienung ist spartanisch aber funktionell: Die wichtigsten Grundfunktionen sind mit Direkttasten abrufbar, mit dem Steuerkreuz navigiert man durch die zahlreichen OnScreen Menüs. Leider fehlt eine Beleuchtng für abgedunkelte Räume, so dass man im Dunkeln die richtigen Tasten nur erahnen kann. Auch die schwarze Färbung fast aller Tasten ist da wenig hilfreich.

Die Menüführung ist übersichtlich, doch im Detail etwas unpraktisch: Aktiviert werden die Funktionen mit der „Rechts-Taste“ anstatt wie sonst üblich mit der Enter-Taste. Letztere wiederum schließt das Menü, so dass man nicht selten unbeabsichtigt die geplanten Einstellungen abbricht. Auch ein „Nichtstun“ von nur wenigen Sekunden wird mit einem Verlassen des Menüs quittiert, ein wesentlich zu kurzer Zeitraum.

Lobenswert neben den üblichen Grundparametern, auf die sich bisher die meisten Acer-Beamer beschränkt haben, ist das erweiterte Menü, das auch „Profifunktionen“ wie ein komplettes Color-Management aufweist. Bei den vielen Einstellmöglichkeiten gibt es aber einen wirklich störenden Kritikpunkt: Der Acer Z650 bietet nur einen einzigen „User“-Modus, der sich selbst vorgenommene Korrekturen merkt. Möchte man verschiedene Bildpresets (z.B. eines für Spiele, eines für Filme), kann man entweder nur auf die unveränderten Werkspresets ausweichen, oder muss die optimierten Parameter auf Papier aufschreiben und jedes Mal neu eingeben, wenn man die Anwendung wechselt. Dies ist nicht mehr zeitgemäß, mehrere Speicherbänke wären wünschenswert.

Neu und speziell für Gamer programmiert sind drei Spielmodi „Game Auto“, „FPS Dark“ und „FPS Bright“. Die letzten beiden sind speziell für First Person Shooter gedacht, der Auto Modus passt die „Belichtung“ des Bildes automatisch auf den Bildinhalt an. Mehr dazu im folgenden Bildtest.


3. Bildqualität

Bis hierhin zeigt sich der Acer Z650 als dedizierter Gaming-Beamer, doch entscheidend ist, wie gut er schließlich die hohen Ansprüche von Zockern in der Praxis gewachsen ist. Wir haben das überprüft.

Farbdarstellung

Auch wenn die höchste Präzision in Sachen Farbwiedergabe bei Videospielen nicht so wichtig ist, wie bei der anspruchsvollen Kinobild-Reproduktion, so gelten auch für Videospiele Videonormen, die in gewissen Rahmen eingehalten werden sollten: Gemeint sind der sRGB Farbraum für die Grundfarben und die D65 Farbtemperatur für den Weißabgleich.

Single-Chip DLP Projektoren wie der Predator Z650 werden in der Regel auf eine hohe Lichtausbeute auf Kosten der Farbtreue getrimmt. Mit 2200 Lumen Werksangabe liegt der „Verdacht“ im Falle des z650 auch nahe. Wichtig ist dabei, dass für die Lichtausbeute keine zu großen Kompromisse in der Farbdarstellung eingegangen werden. Grundlegend dafür ist eine normgerechte Abstimmung der Grundfarben, die wir messtechnisch überprüft haben.

Der native Farbraum des Predators zeigt sich vorbildlich normnah, lediglich in Grün ist eine leichte Verschiebung in Richtung Gelb zu verzeichnen. Bei der Spielfilmwiedergabe würde diese Abweichung zu Punktabzug führen, doch für einen Gamer-Beamer sind die Toleranzen eng genug, zumal auch die Farbhelligkeiten sehr ausgewogen sind.


Richtig eingestellt stimmen die Farbhelligkeiten perfekt

Wie bereits erwähnt bietet der Z650 ein komplettes Color-Management, mit dem sich alle Primär- und Sekundärfarben weiter feintunen lassen. Tatsächlich ist so eine noch bessere Annäherung an die Norm möglich.

Für den Weißabgleich / die Farbtemperatur stehen verschiedene Presets zur Verfügung, die beste Abstimmung ab Werk bietet die Einstellung „CT2“: Mit einem dezenten Rotüberschuss erscheint die Bildreproduktion zwar etwas zu warm, lässt sich aber schnell korrigieren.

Alle für die Korrektur der Farbtemperatur erforderlichen RGB-Einstellregler werden im Bildmenü angeboten und funktionieren einwandfrei. In allen Graustufen gelang es uns, den Weißabgleich in perfekte D65 Toleranzen zu bringen.

Alles in allem zeigt der Acer Predator eine sehr gute und glaubwürdige Farbabstimmung, die höchsten die allerletzte Perfektion vermissen lässt. Auf jeden Fall erfüllt der Projektor die üblichen Toleranzen für Gaming-Monitore, übertrifft sie evtl. sogar (Kalibrierung vorausgesetzt).

Helligkeit & Kontrast

In den technischen Daten verspricht Acer vollmundig eine Lichtleistung von 2200 Lumen bei einem Kontrastverhältnis von 20,000:1. Erfahrene Großbildfans wissen, dass solche Werte meist nur theoretischer Natur sind und sich im Praxisbetrieb nicht erreichen lassen. Wir haben daher nachgemessen:

Unter Ausreizen aller Lichtreserven (hoher Lampenmodus, helles Bildpreset, nativer (zu grüner) Farbtemperatur und Brilliant Color Funktion maximiert) erreicht der Z650 eine Lichtleistung von 2300 Lumen bei Vollweiß, übertrifft die Werksangaben sogar leicht. Der Grünstich ist aber zu stark zum Spielen, so dass eine Korrektur erforderlich ist. Diese kostet rund 30% Licht, so dass realistische 1700 in Vollweiß verbleiben.

Wie nahezu alle Single Chip DLP Hersteller verschweigt der Hersteller ferner, dass die Darstellung farbiger Bildelemente nicht in derselben Helligkeit erfolgt. Mit anderen Worten: Je bunter der Bildinhalt, desto weniger Licht auf der Leinwand. Für bunte Farben verbleibt so ein „Color Light Output“ von 1400 Lumen, merklich weniger als die Werksangabe. Diese gewährleisten aber immernoch eine sehr ansprechende Leuchtkraft für Bildbreiten bis 3m, auch in nicht komplett abgedunkelten Räumen. Insgesamt ist die Helligkeitsausbeute des Predators dem Einsatzzweck angemessen.

In Sachen Kontrast unterscheiden wir zwischen nativem Kontrast und dynamischem Kontrast. Erster umschreibt den tatsächlichen Kontrast der Light-Engine, letzterer den gesamten Dynamikumfang unter Einsatz adaptiver Lampen- oder Blendensysteme, beim Predator „Dynamic Black“ genannt: In dunklen Szenen wird die Lampe leicht gedimmt, um einen besseren Schwarzwert zu erzeugen, in hellen Szenen sorgt die gesamte Lampenleistung für die maximale Lichtausbeute. Messtechnisch erreicht der Projektor ein natives Kontrastverhältnis von 2100:1, das durch die Dynamic Black Funktion auf 5800:1 gesteigert wird. Auch wenn diese Ergebnisse recht weit von der Werksangabe entfernt sind, wird eine hohe Bildplastizität in hellen und mittelhellen Bildszenen erreicht. Hier kommt auch der gute ANSI-Kontrast von 500:1 zum Tragen. Alleine in sehr dunklen Szenen mit hohem Schwarzanteil wird ein Kontrastdefizit in Form eines aufgehellten Schwarzwertes, der eher dunkelgrau erscheint, deutlich. Doch auch hier darf man der Preisklasse entsprechend keine Wunder erwarten, der perfekte Schwarzwert gehört zu den Bildaspekten, die der Heimkino-Perfektionist am teuersten bezahlen muss.

Für viele Videospiele sehr wichtig ist die richtige Belichtung des Bildes, die durch das Gamma beeinflusst wird. Gerade in dieser Domäne weiß der Z650 Predator wirklich zu überzeugen.

Wer eine akkurate Belichtung gemäß Videonorm wünscht,
kann entsprechend das 2,2 Gamma im Bildmenü auswählen


Die gemessene Gammaverteilung zeigt das Gamma, des 2,2 Preset, das sich gut der Norm annähert. Die Bildplastizität ist hier ausgewogen, ohne dass Details im Dunklen verschwinden oder im hellen überstrahlen.

Viele First Person Shooter spielen allerdings überwiegend im dunklen, so dass eine sehr gute Durchzeichnung nahe an Schwarz wichtig ist, damit nichts im Bild versumpft. Speziell auf diese Anforderung wird das Preset „FPS Dark“ optimiert.

Gamma-Preset für dunkle Spiele

In diesem Modus wird das Gamma in dunklen Signalpegeln (links in den Messdiagrammen) bewusst aufgehellt. Dies funktioniert sehr gut, nichts entgeht dem Spieler auch in noch so dunklen Filmszenen.


Game Auto Preset

Ebenfalls interessant ist der „Game Auto“ Modus, der die Belichtung des Bildes in Echtzeit anpassen soll. Das Ergebnis ist sehr normnah und daher durchaus zu empfehlen, die Durchzeichnung wird aber nicht so gut optimiert, wie im „FPS Dark“ Modus. Der Auto Modus ist daher eher für Spiele zu empfehlen, die öfter zwischen hellen und dunklen Inhalten wechseln.

Alles in allem bietet der Acer Z650 Predator eine ansprechende Bildhelligkeit mit guter Bildplastizität. Lediglich in dunklen Film- oder Spielszenen werden die kontrasttechnischen Limitationen bemerkbar, was in dieser Preisklasse aber unerlässlich ist.

Bildschärfe

Als FullHD Projektor sollte der Z650 eine sehr gute Detailauflösung und optische Schärfe gewährleisten. Gerade in der Short-Throw Variante mit verkürztem Projektionsabstand ist ein gleich bleibende Schärfe über das gesamte Bild schwer zu realisieren.

In unserem Schärfecheck gibt sich der Z650 keine große Blöße: Er löst die rund zwei Megapixel des FullHD Signals gut auf und bietet an starken Kontrastübergängen klare und scharfe Abgrenzungen. Lediglich in den äußersten Randbereichen ist ein leichter Schärfeabfall zu verzeichnen, der bei Desktop-Projektionen sich evtl. störend bemerkbar machen könnte. Für eine Kurzdistanzprojektor sind diese Toleranzen zweifelsohne als normal anzusehen.

Anlass zur Kritik gibt es hingegen bei der Bewegungsschärfe: Durch die RGB-Farberzeugung per Farbrad, zeigen schnell bewegte Bildelemente nicht selten farbige Ränder, die den Schärfeeindruck mindern (siehe Bild oben). Bei sehr schnellen Spielen kann sich dies als störend erweisen, hier sind reaktionsschnelle TFT Monitore überlegen.

Sehr wichtig in der Bewegtdarstellung ist für Hardcore-Zocker auch der Input-Lag: Je schneller der Projektor das eingespeiste Bild auf die Leinwand bringt, desto weniger Zeit verliert der Spieler zur Reaktion. Je nach eingestelltem Modus, Bildoption und Signalfrequenz bewegt sich der Input Lage beim Z650 zwischen 35ms und 43ms. Dies sind solide Werte, die ein gutes Spielen erlauben, alleine für sehr ambitionierte Spiele im Battle-Modus mögen sich Nachteile ergeben. Im Vergleich zu anderen Projektoren sind diese Ergebnisse auf jedenfall so gut, dass man hier von einer Spieloptimierung sprechen kann.

3D Darstellung

Mit gleich zwei im Lieferumfang enthaltenen Brillen bekommt der Anwender die dritte Dimension als kostenlose Dreingabe hinzu. Die Brillen sind aufladbar, leicht und liegen angenehm auf der Nase, das Sichtfeld könnte aber etwas größer sein.

In der 3D-Projektion spielt der Acer Z650 die Stärken der DLP Technologie konsequent aus: mit bis 144Hz Wiederholfrequenz (72Hz pro Auge) ist das Bild trotz Shutterns flimmerfrei und augenfreundlich. Die Bildtrennung zwischen den Augen ist klar, so dass auch in schwierigen Bildszenen keine störenden Crosstalk-Effekte den Seheindruck trüben. So kann man ungestört in die 3D Welt „tauchen“ ohne ermüdende Nebeneffekte. Die Helligkeit ist technikbedingt aber deutlich eingeschränkt, so dass eine komplette Abdunklung des Raumes unerlässlich wird, in besonders dunklen Videospielen könnte das kritisch sein.

4. Fazit

Mit dem Predator Z650 führt Acer das interessante neue Konzept des „Gaming-Beamers“ ein, bei dem viele Bildparameter auf die Bedürfnisse von Spielern optimiert sind. In vielen Bereichen ist dies beeindruckend gelungen.

Mit seinen kurzen Projektionsabständen kommt er einem mobilen Einsatzzweck entgegen und sorgt dafür, dass der Spieler auch bei Tischaufstellung niemals einen störenden Schatten auf das projizierte Bild wirft. Sein beeindruckend vielseitiges Anschlussboard macht ihn zudem zu allen Signalarten von Spielekonsolen und Computern, sowohl analog als auch digital, kompatibel. Lobenswert innovativ ist der interne Schacht für Funkempfänger, so dass der Projektor auch komplett ohne Kabel mit einem Bild versorgt werden kann. Alternativ macht ihn ein Chromcast Stick zu Google / Android kompatibel.

In der Bildqualität zeigt der Acer Predator Z650 solide Ergebnisse, vor allem in Hinsicht auf seine moderate Preisklasse von unter €1000. Sehr gute Farben gemäß sRGB / HD Norm verbindet er mit einer ansprechenden Helligkeit und gutem Kontrast. Vor allem seine vielfältigen Gamma-Modi erlauben eine hervorragende und dennoch einfache Anpassung auf Spielmaterial unterschiedlichster „Couleur“. Der Spieler muss sich keine Sorgen machen, dass ihm etwas im dunklen Bild entgeht. Alleine der vorhandene Rest-InputLag, merkliche Schärfeeinbußen in schnellen Bewegungen und DLP-typische Artefakte wie der Regenbogeneffekt werden empfindle Augen stören, das Niveau spieloptimierter TFT.-Monitore wird in diesen Disziplinen klar nicht erreicht. Dafür punktet der Z650 wiederum in der 3D-Darstellung, denn in dieser Bildgröße ist das dreidimensionale Spielen ein deutlich anderes Erlebnis, als auf einem kleinen Monitor.

Die Bildeigenschaften und Kalibriermöglichkeiten des Z650 sind so gut, dass er auch als Heimkino- und TV-Beamer gut geeignet ist. Die gute Balance aus Farbtreue, Helligkeit, Kontrast und FullHD Auflösung erlaubt ein ansprechendes Filmerlebnis, das sich vor anderen Geräten dieser Preisklasse nicht verstecken muss. Alleine der Schwarzwert und die fehlende Zwischenbildberechnung haben wir bei unseren Seh-Tests schmerzlich vermisst, sind aber in dieser Preisklasse auch von anderen Herstellen nicht zu bekommen.

Abschließend empfehlen können wir den Acer Z650 Predator allen Videospielfreunden, die zu einem fairen Preis „in Groß“ spielen wollen, ohne zu starke Defizite im Handling oder Bild einzugehen. Für einen fairen Preis bekommt man hier einen soliden Allround-Beamer, der nicht nur mit Games sehr viel Spaß macht…

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Cine4home.de Beamer und Heimkino Testmagazin Community Test: FullHD DLP Beamer Acer Predator Z650

Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. This post has been viewed 7027 times Es wurde zuletzt aktualisiert von Ekki Schmitt Ekki Schmitt vor 1 Jahr, 3 Monate. This post has been viewed 7027 times

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    Test: FullHD DLP Beamer Acer Predator Z650 Die neue Produktkategorie des “Gaming”-Beamers ist geboren …   Bei dem Wort „Beamer“ denkt man zuerst an da
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