Günstige Einstiegs-Leinwand für Heim & Büro…

 

Kaum ein anderer Bildaspekt ist für wahres Kino-Feeling so wichtig wie die Größe. Und „mehr“ ist hier auch mehr: Je größer das Bild, desto kinoähnlicher wird das Film-Erlebnis (entsprechende Beamer-Qualität vorausgesetzt).

So einfach diese Faustregel auch ist, so schwer ist die technische Umsetzung daheim. Der notwendige Beamer ist zwar heutzutage kompakt, stört in Wohnzimmern nicht und kann bei Bedarf auch nach Gebrauch verstaut werden, doch seine Projektion kann immer nur so groß sein, wie die weiße Fläche, die man ihm zur Verfügung stellt. Doch wer hat schon im Wohnzimmer eine mehrere Quadratmeter große weiße Fläche ohne Bilder oder Möbel frei? Und auch nicht jeder hat den Platz oder Willen, einen eigenen Kinoraum daheim zu installieren.

Die Lösung ist eine weiße Fläche, die lediglich auf Wunsch zur Verfügung steht und sich bei Nichtgebrauch möglichst unsichtbar verstecken lässt: Eine Leinwand, die wie ein Rollo arbeitet! Die weiße Fläche besteht aus einem Tuch, das einfach aufgerollt wird und in einem dezenten Rollkasten seinen Platz findet. Derartige Rollo-Leinwände gibt es in allen möglichen Ausstattungsvarianten, Größen und Preisklassen.

Für diesen Test wählten wir diesmal eine besonders günstige Serie, die „Rollo Professional Plus“ vom bekannten Hersteller Celexon. Sie gibt es in Breiten von 120cm (€69.-) bis 300cm (€365.-) und ist somit für jede Raumgröße und Geldbeutel geeignet. Doch was für eine Qualität kann man zu diesem Preis wirklich erwarten? Cine4Home hat genau hingesehen…


Ausstattung / Installation / Mechanik / Verarbeitung

Wie bei einem herkömmlichen Rollo befindet sich das Tuch bei Nichtgebrauch aufgerollt im Rollkasten, der bei der Celexon Rollo Professional aus stabilem Metall besteht. Überzeugend ist das Montagekonzept:

Der Kasten kann entweder mit Schrauben und Dübeln direkt an der Decke, aber auch alternativ seitlich an der Wand montiert werden. Damit ist die Projektionshöhe frei konfigurierbar. Sogar zwei Montage-Ösen sind an Bord, mit denen man den Kasten auch an Ketten oder Deckenhaken hängen kann. Kurzum: Die Rollo Professional Plus lässt sich vom Heimwerker in vielen Raumbegebenheiten installieren.

Damit der Metallkasten sich möglichst unauffällig im Wohnraum integriert, ist er in herkömmlichem Mattweiß lackiert. Hier bemerkten wir bei unserem Testexemplar leider Schönheitsfehler.

Die Lackierung zeigte sichtbare Unsauberkeiten und „Lackiernasen“, die bei näherer Betrachtung deutlich sichtbar sind. Als Perfektionist muss man hier nacharbeiten oder auf höhere Preisklassen zurückgreifen. Trotz dieses Mankos erscheint die Rollo Professional für ihre Preisklasse insgesamt solide und hochwertig.



Unsauberkeiten im Lack

Bei der Celexon Rollo Professional handelt es sich um eine klassische Rollo-Leinwand und wird daher auch wie ein Sonnenrollo bedient: Ohne elektrischen Antrieb erhält der Aufrollantrieb seine Energie aus einer Feder, die beim Herunterziehen der Leinwand „aufgezogen“ wird.

Die Mechanik ist hierbei gut austariert, so dass man ohne großen Kraftaufwand am Griff das Tuch nah unten ziehen kann. Das Tuch bleibt dabei stets auf der Höhe stehen, an der man es anhält, so sind verschiedene Projektionshöhen realisierbar, man braucht aber etwas Übung bzw. Augenmaß. Daher empfehlen wir eine Projektionshöhe, die auf ein voll ausgezogenes Tuch ausgerichtet ist.


Die Celexon Rollo Professional Plus in unseren Teststudio

Ebenfalls zu beachten ist die Griffhöhe bei eingezogenem Tuch. Hängt man die Leinwand direkt and die Decke, so liegt sie nur rund 20cm unter Raumhöhe, man muss also entsprechend groß sein, um an den schmalen Bügel heran zu kommen. Alternativ kann man ein kurzes Seil an den Griff binden (beinträchtig die elegante Optik), oder den Leinwandkasten nicht an der Decke, sonder an der Wand niedriger montieren.

Auch der schwarze Vorlauf des Tuches könnte für die Deckenmontage länger sein, um niedrigere Bildpositionen möglich zu machen.

Bei ausgezogener Leinwand reicht ein leichtes Ziehen am Griff und die Leinwand zieht sich in gleichmäßiger, nicht zu hoher Geschwindigkeit automatisch zurück in den Rollkasten. Das dabei entstehende surrende Geräusch ist dabei nicht unbedingt angenehm, aber ausreichend leise auch für den abendlichen Betrieb.

Tuch / Bildqualität

Soweit die Installation und Bedienung, nun gilt es die Bildqualität zu untersuchen, die von dem Projektionstuch maßgeblich in Helligkeit, Farbgenauigkeit, Ausleuchtung und Geometrie beeinflusst wird. Wir haben alle Aspekte differenziert untersucht:

Lobenswert ist die schwarze Einfassung des Bildes, die sich wie ein Passepartout um das projizierte Bild legt und so das subjektive Kontrastempfinden erhöht. Auch leichte Krümmungen des Beamerbildes lassen sich so begradigen. Bei genauem Hinsehen werden aber wieder leichte „Schludereien“ in der Lackierung ersichtlich (siehe Bild oben), die aber den Bildeindruck nicht wesentlich stören.

Bildgeometrie

Für eine glaubwürdige Reproduktion sollte das projizierte Bild frei von Verzerrungen sein. Auf der Leinwandseite ist hier ein möglichst planes (ebenes) Tuch notwendig. Ein Rollo-Tuch wie das der Celexon Professional steht aber ausgezogen stets unter Zugspannung (durch das eigene Gewicht), das zu einer leichten Wölbung der seitlichen Tuchkanten führt. Bei horizontalen Kameraschwenks werden dann leichte Verzerrungen gerader Linien im Bild bemerkbar

Auch die Celexon Rollo Professional ist nicht frei von diesen „Ohren“, die sich in einem tolerablen Niveau bewegen. Teils sind sie im schwarzen Rahmen geschickt kaschiert, teils führen sie zu leichter Geometrieverzerrung im äußersten Randbereich. Wenn auch störend ist dieses Phänomen für normale Rollo-Leinwände dieser Preisklasse keine Ausnahme. Wer ein perfekt planes Tuch bis zu den Rändern wünscht, muss auf teurere glasfaserverstärkte Tücher oder sogenannte Seilspann- (Tension) Systeme ausweichen.


Lichtausbeute & Ausleuchtung

Die Rollo Professional ist in den technischen Daten mit einem „Gainfaktor“ von „1,2“ deklariert. Dies bedeutet, dass das projizierte Bild des Beamers leicht gebündelt in Richtung Zuschauer reflektiert wird und so die Lichtausbeute um 20% (auf Kosten des Blickwinkels) gesteigert wird.

Soweit die Theorie, in der Praxis konnten wir keinen Lichtgewinn messtechnisch verzeichnen, mit einem Gain von 1,05 verhält sich das Tuch der Rollo Professional in Sachen Lichtausbeute eher mattweiß, was aber kein Nachteil sein muss, der Lichtgewinn ist marginal. Die Homogenität der Reflektion ist dabei weitgehend gleichmäßig, erscheint aber durch eine glänzende Oberfläche in der Mitte etwas spiegelnd, was sich als leichter „Hotspot“ bemerkbar macht. Dieser Gaingewinn wird durch eine leichte Lichtdurchlässigkeit des Tuches aber wieder verschenkt.


Leichte Spiegelungen in der Struktur (links oben)

Die Rückseite ist geschwärzt, so dass kein Licht durch das Tuch scheint und so den Kontrast durch rückwärtige Reflektionen beinträchtigen.

Farbgenauigkeit

Die Aufgabe einer mattweißen Heimkinoleinwand in Sachen Farben besteht darin, diese unverfälscht zu reflektieren. Mit anderen Worten: Das beste Tuch hat keinerlei Einfluss auf die Farbdarstellung des Projektors. Dafür muss es absolut farbneutral weiß sein.

Unsere Messung zeigt, dass die Rollo-Professional das Kriterium der Farbneutralität in gewissen Toleranzen erfüllt. Zwar provoziert das Tuch einen leichten Gelbstich (d.h. es absorbiert Grün und Blau), doch liegt dieser in einem noch akzeptablen Bereich und kann durch eine Kalibrierung d durch den Beamer wieder ausgeglichen werden. Die Genauigkeit von (teureren) Heimkinooptimierten Leinwänden wird aber nicht erreicht und eien Kalibrierung bedeutet einen Lichtverlust von ca. 10%, der streng genommen vom Gain der Leinwand abgezogen werden müsste.

Fazit

Der Test zeigt, dass man für „kleines Geld“ durchaus eine Leinwand erhalten kann, die ihren Namen auch verdient und eine angemessene Bildreproduktion bei gleichzeitig guten Installationseigenschaften bieten kann. Für den Einstieg in Verbindung mit Einstiegs- oder Mittelklasseprojektoren ist sie sehr gut geeignet.

Die niedrige Preisklasse zeigt sich aber im Detail: Auf den Luxus eines Elektromotors wurde verzichtet, die Lackierung des Rollokastens & des Tuches, leichte Wölbungen im Randbereich, Reflektionen, sowie minimale Farbverfälschungen erfüllen nicht den absoluten Perfektionsanspruch, der aber in dieser Preisklasse auch keineswegs erfüllt werden kann.

Celexon Rollo Professional Plus
Testergebnis-Übersicht
Positiv: – Kompakte Bauweise
– Günstiger Preis
– Maskierung
– Flexible Installation
– Solide Mechanik
– Viele Größen
Negativ: – Lackierfehler
– Unsauberkeiten in Maskierung
– Keine volle Gainausbeute
– Leichter Hotspot
– Tuch nicht ganz farbneutral
– Tuchwölbung an seitlichen Rändern

Summa summarum handelt es sich bei der Celexon Rollo Professional um eine angemessene Einstiegsleinwand mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis für den Gelegenheitseinsatz im heimischen Wohnzimmer. Eine persönliche Beratung und Vorführung können Sie bei folgenden autorisierten Celexon-Fachhandelspartnern vereinbaren:


10437 Berlin


24539 Neumünster



40233 Düsseldorf


41836 Hückelhoven




51069 Köln


Heimkino-Partner Frankfurt
63654 Büdingen


Heimkinopartner24
66701 Beckingen


73066 Uhingen

Beamerzentrum München
80336 München


90425 Nürnberg

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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. This post has been viewed 734 times Es wurde zuletzt aktualisiert von Ekki Schmitt Ekki Schmitt vor 2 Jahre, 4 Monate. This post has been viewed 734 times

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