Seit gut zehn Jahren wird das Ende der Großbildprojektion vorausgesagt, denn: TVs werden immer größer und als selbstleuchtendes Medium sind sie auch in nicht abgedunkelten Wohnzimmern wesentlich leistungsfähiger, als die reflektiv über eine Leinwand arbeitende Projektion.

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Große Flat TVs, werden sie wirklich zu den „Beamer-Killern“?

Und es stimmt natürlich, Fernseher sind seit jeher besser in heller Umgebung einsetzbar, doch ihrer physikalischen Größe sind Grenzen gesetzt: Modelle ab 70 Zoll Diagonale sind nur noch sehr schwer transportabel und schwierig zu installieren, weshalb die meisten nicht die Diagonale von 65 Zoll überschreiten. Doch Heimkinofans wissen: Die Faszination des Großbildes beginnt erst ab Diagonalen von 100 Zoll und mehr, Größen, die selbst mit Flat-TVs kaum praktikabel oder bezahlbar sind. Das wirkliche Großbild bleibt daher bislang eine Domäne von Beamern!

Optoma_UHZ65_UST_CinemaX_P1_2Wahres Kino-Feeling entsteht daheim erst mit Beamern
(Installation: Fairland Studios Bochum)

Und auch bei Beamen bleibt die Zeit nicht stehen: Sie schlagen in Form von „LaserTVs“ zurück: Hierbei handelt es sich um sogenannte „Ultrakurzdistanzprojektoren“, die Bildgrößen von 90 bis 120 Zoll bereits aus wenigen Zentimetern Abstand erzielen. Dadurch können sie direkt auf einem Lowboard vor der Wand platziert werden, auf die sie projizieren sollen. Die aufwändige und den Wohnraum störende Deckenmontage entfällt damit vollständig.

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Dank Laserlichtquelle sind die Zeiten von Lampenverschleiß und vorzeitigem Ausfall vorbei, stattdessen wird eine ähnliche Lebensdauer wie bei TVs geboten. Die Laserlichtquelle hat auch keine Aufwärmphase oder Abkühlzeit mehr,  der Laserprojektor arbeitet „instant“ wie ein TV.

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Bleibt noch die Alltagstauglichkeit: Projiziert man auf eine herkömmliche weiße Wand, dann muss der Raum für den optimalen Kontrast weiterhin abgedunkelt werden. Das muss aber nicht sein, denn so genannte „CLR“ Leinwände reflektieren vornehmlich das Licht, das von unten (aus Beamerrichtung) einstrahlt und ignorieren Fremdlicht aus anderen Richtungen weitgehend.

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Durch ihre dunkelgraue Eigenfärbung ermöglichen sie so auch in nicht abgedunkelten Räumen eine kontrastreiche Projektion und machen den UST-Projektor zu einem wohnzimmertauglichen „LaserTV“.

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Statt also auf die größer werdende TV-Konkurrenz zu warten, machen Projektoren in Form des LaserTV den herkömmlichen Fensehern Konkurrenz: Große Heimkinobilder ohne Abdunklung bei einfacher Installation!

Optoma_UHZ65_UST_CinemaX_P1_7Der neue Optoma CinemaX UHZ65UST LaserTV

Einer der neuesten Vertreter diese Gattung ist der Optoma „UHZ65UST“. Die kryptische Modellbezeichnung weckt wenig Emotionen, aber gibt sehr präzise Informationen: „UST“ steht für die „Ultras Short Throw“ Variante des UHZ65 Laser/UHD Frontprojektors aus selbigem Hause.

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Schon die Frontprojektionsversion UHZ65 war deutlich besser als ihr Ruf und so ist es besonders spannend, wie sich die Kurzvariante schlägt, denn: Mit einer Preisempfehlung von €3299.- ist der Optoma preislich nahezu konkurrenzlos und kostet nur halb so viel wie sein Hauptkonkurrent, der LG Vivo. Es bleibt also auch zu klären, ob zu Gunsten des Preises Abstriche in Bild, Bedienung oder Qualität gemacht werden müssen.

Neben den objektiven Messergebnissen stellen wir in diesem Testspecial auch die tatsächliche Praxistauglichkeit in Kombination mit oben beschriebenen Kontrastleinwänden vor.

Technik & Installation

Ein Ultrakurzdistanzprojektor ist vom Aufbau her nicht mit einem herkömmlichen Projektor zu vergleichen. Statt eines Projektionsobjektives an der Front wird das Bild über einen Parabolspiegel aus dem Inneren des Chassis auf die Leinwand reflektiert.

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Das Projektionsobjektiv (oben) ist im Inneren des Chassis und projiziert auf einen Parabolspiegel (unten), der das Bild Richtung Wand reflektiert

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Das ganze Gerät erinnert mehr an eine Soundbar oder Kompaktanlage, das auf ein Regal oder Lowboard gestellt wird. Dementsprechend wichtig ist auch das Design: Der Optoma UHZ65 wirkt mit seinen schrägen Kanten modern, allein die dunkle Farbe wird nicht zu jeder Wohnzimmereinrichtung passen.

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Der Begriff „Soundbar“ ist übrigens gar nicht so abwegig: Aufgrund der Bauform ist es möglich, ein komplettes Stereosystem samt Bassmodul einzubauen, der Optoma UHZ65UST ist gleichsam gleichzeitig eine Soundbar, mehr dazu im Laufe des Tests.

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Die Bilderzeugung selbst erfolgt nach weitgehend klassischer Projektionstechnologie: Ein SingleChip DLP Lichtweg mit XPR2 Technologie sorgt für eine sequentielle UHD Auflösung mittels Pixelshift.

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Die native FullHD Auflösung wird durch einen optischen
Shift vervierfacht
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Für eine alltagstaugliche Nutzung kommt statt einer klassischen UHP Lampe (mit all ihren bekannten Nachteilen) eine Laserlichtquelle zum Einsatz, die mit 20,000 bis 30,000 Stunden Lebensdauer für viele Jahre wartungsfrei Licht sorgt.

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Die Grundfarben werden „klassisch“ sequentiell per Farbrad erzeugt, aufgrund der Laserlichtquelle aber nicht mit gefärbten Gläsern, sondern mit speziellen Phosphor-Beschichtungen, die durch das ausschließlich blaue Laserlicht zum Leuchten in den Grundfarben Grün und Rot angeregt werden.

Dies alles muss wie bei einem herkömmlichem Beamer auch gekühlt werden, aufgrund der großzügigen Abmessungen des Chassis und teils passivem Kühlaufbaus fällt die Luftbewegung angenehm leise aus: Vom Sitzplatz aus ist der CinemaX nahezu unhörbar und übertönt sich mit den eingebauten Lautsprechern ohnehin selbst.

Spiegel

Soweit so neu, wie sieht es da mit den Eckdaten der Bildqualität aus, kann ein solcher Kurzdistanzbeamer es in dieser Hinsicht mit den klassischen Frontprojektoren aufnehmen? Laut Hersteller verfügt der UHZ65UST über eine Lichtleistung von 3000 Lumen bei einem Dynamikumfang von 2,000,000:1. Auch wenn sich derartige Katalogwerte nur selten in der Praxis bestätigen, so lassen sie auf eine solide Plastizität und Helligkeit schließen. Vor allem Licht braucht ein LaserTV, denn wie eingangs erwähnt soll er auch ohne Abdunklung im Wohnraum einsetzbar sein.

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In Sachen UHD Premium müssen laut Hersteller auch keine Abstriche gemacht werden: Neben bereits erwähnter UHD Auflösung soll der CinemaX über den Kinofarbraum DCI P3 und HDR10 Unterstützung aufwarten. Wenn sich dies in der Praxis bestätigt, steht dem vollen Filmgenuss in Kinoqualität nichts im Wege.

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Da ein LaserTV alias Ultrakurzdistanzprojektor in der Regel auf einem Lowboard möglichst wandnah platziert werden soll, gilt: Je weniger Abstand ein Modell braucht, desto besser. Die genaue Berechnung des Abstandes ist bei einem Ultrakurzdistanzprojektor etwas schwieriger, als bei einem herkömmlichen Beamer.

Bei einem normalen Fronptrojektor umschreibt das Projektionsverhältnis immer den Abstand zwischen Leinwand und Objektiv. Addiert man dazu noch die Länge des Gerätes, so erhält man den gesamten Platzbedarf (erforderliche Raumlänge).

Bei UST-Projektoren wird der Abstand des Optoma „Projection Distance Calculators“ ebenfalls zwischen Wand und Objektiv bzw. Lichtaustritt angegeben, doch dies befindet sich aufgrund der veränderten Bauform nicht direkt am vorderen oder hinteren Ende. Im Falle der gängigen Bilddiagonale von 100 Zoll (2,54m) beträgt dieser Abstand z.B. rund 55cm.

Optoma_UHZ65_UST_CinemaX_P1_19Drei Abstände sind entscheidend:
1) Rückseite <->Wand
2) Objektiv <-> Wand
3) Vorderkante <-> Wand

Doch entscheidend ist für die Positionierung der Abstand zur vorderen Gerätekante mit den Lautsprechern, denn idR sollte das Lowboard dieselbe Tiefe aufweisen. Um diesen Komplett-Abstand zu ermitteln, benötigt man die Länge zwischen Lichtaustritt und Gerätefront, doch genau diese Angabe fehlt in den technischen Daten.

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Wir haben daher nachgemessen: Rund 7cm sind auf die Angaben des Abstandsrechner zu addieren, so dass sich für besagte 100 Zoll Diagonale eine Gesamttiefe von 63cm ergibt. Vergleicht man diese Tiefe mit den gängigen Lowboard-Modellen aus den Möbemärkten, so wird man bemerken, dass die meisten Modelle lediglich eine Tiefe von 40 bis 50cm aufweisen. Hier muss man also entweder ein tieferes Modell suchen (es gibt durchaus auch Lowboards mit 60cm Tiefe), oder das Board etwas von der Wand abrücken, bzw verlängern. In jedem Fall ist eine genaue Planung zu empfehlen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Optoma_UHZ65_UST_CinemaX_P1_21Das verwendete LowBoard sollte 50 bis 60cm Tiefe aufweisen

Im Vergleich zu anderen Modellen liegt der Optoma CinemaX in der Mitte: Ein LG Vivo benötigt für diese Bildgröße lediglich rund 50cm Abstand und passt so auf gängige Lowboards ein Epson LS500 benötigt mit 75cm wesentlich mehr Abstand.

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Praktisch ist die erweiterte Geometriekorrektur, die den extrem steilen Projektionswinkeln geschuldet ist. In den seltensten Fällen wird es dem Anwender gelingen, den Projektor rein optisch so millimetergenau auszurichten, dass das Bild genau auf die Leinwand passt. Dieser Aufwand muss auch nicht sein, denn alle Ränder und Ecken des Bildes können unabhängig voneinander justiert werden. Aufgrund der hohen Auflösung des Gerätes werden durch diese Anpassungen auch keine Nachteile in der Bilddarstellung provoziert. Mit diesem System lässt sich der Optoma UHZ65UST in wenigen Minuten gut ausrichten. Danach sollte man ihn aber möglichst nicht mehr bewegen, denn schon kleine Verschiebungen erfordern eine neue Anpassung.

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Die Anschlüsse befinden sich alle auf der der Wand zugewandten Rückseite, so dass alle Kabel elegant hinter dem Gerät versteckt werden können (wie bei einem TV). Alles ist hier auf moderne Medien / Zuspieler ausgerichtet: 2x HDMI für Player / Receiver, 2x USB für Mediensticks und 1x LAN für die Einbindung im heimischen Netzwerk.

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Alles in allem sind der technische Aufbau und die Aufstellungseigenschaften mit überdurchschnittlich gut zu bewerten. Das Design ist ansprechend, die Projektionstechnik (Laser + DLP) solide modern und die Aufstellung lässt sich unter hiesigen Wohnbedingungen mit ein wenig Vorabplanung gut realisieren.

Bedienung

Für eine ernstzunehmende Alternative zum klassischen TV reicht ein größeres Bild alleine nicht mehr aus, heutzutage muss ein Fernseher auch „smart“ sein, dementsprechend haben die Ingenieure in dem Optoma CinemaX ein Betriebssystem mit App-Oberfläche integriert.

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Nach dem Einschalten zeigt sich direkt der „Home Screen“ auf dem die Eingänge gewechselt, Apps gestartet, Media-Dateien ausgewählt oder die klassischen Bildoptionen aktiviert werden können.

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Auch ein eigener Store wurde ins Leben gerufen, über den diverse Programme herunter geladen und auf dem Projektor installiert werden können. Besonders sind dabei natürlich die Streaming-Apps, mit denen man unabhängig von externen Zuspielern alle aktuellen Serien und Spielfilme von Amazon, Netflix & Co nach Hause streamen kann. Dies funktionierte in unserem Praxistest auch, allerdings nur auf dem Niveau billiger Streamingboxen, eine volle 4K / HDR Unterstützung gibt es z.B. nicht und die Bildwiederholfrequenz passt sich ebenfalls nicht automatisch an, wie bei hochwertigeren Streamingystemen oder Playern.

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Sehr nützlich ist hingegen der 4k taugliche Mediaplayer, der Videofiles und Fotos in allen gängigen Formaten abspielen kann. Dies macht den Optoma UHZ65UST tatsächlich weitgehend unabhängig von externen Zuspielern.

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Der integrierte Mediaplayer unterstützt
zahlreiche Formate

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 Trotz der neuen und übersichtlichen Bedienoberfläche, gegenüber der TV-Konkurrenz kann ein erheblicher Nachteil nicht verschwiegen werden: Der Optoma CinemaX verfügt über keinerlei integrierten Tuner für den Empfang von Fernsehprogrammen. Hier ist man entweder ebenfalls auf Streamingdienste über das Web oder auf einen externen Kabel / Sat – Receiver angewiesen. Da diese aber über Kabel verbunden werden, wird eine besonders elegante Wohnraumintegration erschwert.  Der Grund für dieses Manko ist aber keinesfalls die Nachlässigkeit des Herstellers, das Fehlen liegt vor allem in zwei Dingen begründet: Aufgrund der unterschiedlichen Infrastrukturen in Sachen TV-Empfang ist es kaum möglich, einen einheitlichen Empfänger für alle EU-Länder zu integrieren. Alleine für Deutschland wird bereits ein Triple-Tuner (Sat / Kabel / Terrestrisch) benötigt. Zudem wird der Import von Bildausgabegeräten mit integriertem Tuner stark besteuert, was einen Aufpreis von mehreren Hundert Euros / Gerät ausmachen würde. Der Nischenmarkt des LaserTVs lässt daher den notwendigen Aufwand zur Tuner-Integration bislang nicht zu, weshalb hierzulande kein Projektor über integrierte Tuner verfügt.

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Wichtig für eine möglichst optimierte Bildwiedergabe sind vielseitige und leistungsfähige Einstellmöglichkeiten im Bildmenü. Letzteres wurde ebenfalls komplett überarbeitet, der antiquierte Look vorangegangener Beamer-Modelle ist einer modernen Mischung aus in Icons gruppierten Parametern gewichen.

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Alle wichtigen Einstellmöglichkeiten sind dabei mit an Board, so dass einer etwaigen Bildoptimierung nichts im Wege steht (im Laufe des Bildtests gehen wir darauf noch genauer ein).

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Die „Software“-Seite, sprich das smarte Betriebssystem und das Bildmenü zur Kalibrierung, ist als gelungen zu bezeichnen, auch wenn das Niveau von aktuellen SmartTVs gleicher Preisklasse nicht ganz erreicht wird.

Bleibt die „Hardware“-Seite, sprich die Fernbedienung. Auch hier geht Optoma ganz neue Wege und kopiert das Layout der Amazon Fire  Remote, die aber das Vorbild qualitativ bei weitem übertrifft.

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Eine edlere Fernbedienung ist uns bei Projektoren selten begegnet: Sie ist nicht nur schlank und elegant, sondern auch komplett aus Metall gefertigt und in einem edlen dunkelgrüngrau eloxiert, dementsprechend gut ist die Haptik. Mit dem Projektor kommuniziert sie nicht über Infrarot, sondern per Bluetooth, so dass auch eine Gerätesteuerung ohne direkten Blickkontakt möglich wird. Dies ist besonders hilfreich, wenn das Gerät unsichtbar z.B. in einem Lowbard integriert werden soll.

Alles in allem zeigt der Optoma UHZ65UST eines der besten Bedienkonzepte, die wir bei Beamern gesehen haben. Geschlagen wird es nur von den WebOS Projektoren mit MagicRemote von LG, wie zB. im LG Vivo oder LG Largo4K  integriert. Wir sind vor allem gespannt, wie Optoma den Apps-Store in zukünftigen Generationen ausbauen wird.

Bildqualität

Bis jetzt macht der CinemaX eine gute Figur und kann modernen TVs die Stirn bieten, doch letztendlich kommt es stets auf die Bildqualität an. Bei einem LaserTV ist das besonders spannend: Wie gut ist die Bildqualität im Vergleich zu anderen Projektoren und wie gut ist die Bildqualität im Vergleich zu herkömmlichen LCD (OLED) TVs? In diesem Test beantworten wir beide Fragen.

Helligkeit & Kontrast

Einer der wichtigsten Aspekte eines LaserTVs ist die Lichtleistung: Da sich das Bild tagsüber gegen Tageslicht „durchsetzen“ muss und man auch abends zum TV-Schauen nicht komplett abdunkeln möchte, brauchen UST-Beamer möglichst viel Licht. Das unterscheidet sie vor allem von herkömmlichen Frontprojektoren, die durch den Einsatz im abgedunkelten Kino mit Lichtleistungen zwischen 1000 und 1800 Lumen auskommen.

Optoma_UHZ65_UST_CinemaX_P1_35Ein LaserTV muss auch in einem nicht abgedunkeltem 
Raum funktionieren

Der Hersteller Optoma gibt in den technischen Daten eine maximale Lichtausbeute von 3500 Lumen an. Heimkinokenner wissen, dass die Werksangaben in der Praxis selten erreicht werden, weil sie sich nicht mit einer korrekten Farbdarstellung kombinieren lassen. Entscheidend ist daher, wieviel Licht das Gerät durch die Kalibrierung oder Nutzung der passenden Bildmodi verliert.

Bei unseren Messungen erreichte das Testexemplar (ein normales Seriengerät) eine maximale Leuchtkraft (unter Ausreizung aller Reserven) von 3430 Lumen. Was vorbildlich nahe an der Werksangabe liegt. Eine kalibrierte Farbreproduktion  ist zwar mit diese Helligkeit nicht kombinierbar, erfreulicherweise zeigt die Bilddarstellung aber auch nicht den üblichen extremen Grünstich wie viele andere DLP-Projektoren, wodurch der UHZ65UST auch im hellsten Modus nutzbar bleibt, wenn es nicht auf die absolute Farbperfektion ankommt. Kalibriert auf eine gute Farbdarstellung (vgl. unten) verbleiben rund 2850 Lumen, was weiterhin einen hervorragenden Wert darstellt. Tatsächlich ist der Optoma Kurzdistanzbeamer rund doppelt so hell, wie die üblichen Frontprojektoren.

Die hohe Lichtleistung bietet gleich zwei Vorteile: Auf der einen Seite kann sich der LaserTV besser gegen Fremdlicht (Lampen / Kunstlicht) durchsetzen, auf der anderen Seite können auch (durch Streulichtfilterung) kontraststeigernde Leinwände besser eingesetzt werden, da diese immer mit einem gewissen Lichtverlust einhergehen und so dennoch genügend Lichtreserven verbleiben.

Projektions-Kenner wissen: Viel Licht bei Beamern bedeutet meist wenig Kontrast, denn je größer die Lichtmengen, desto schwerer die Licht-Absorption (für schwarz) innerhalb des Gerätes. Aus diesem Zusammenhang heraus haben besonders helle Projektoren idR. einen besonders geringen nativen Kontrast. Zudem haben vergangene UHD-DLP Modelle mit XPR-Shift nicht gerade in der Disziplin Kontrast geglänzt, so dass auch bei UHZ65UST hier Schwächen zu vermuten sind.

Doch Optomas „CinemaX“ überrascht uns erneut: Sein nativer Kontrast liegt mit 1500:1 zwar nicht auf Referenz-Niveau, aber deutlich höher als die Frontprojektoren selber Gattung, die Lichtsteigerung wurde nicht auf Kosten des Kontrastes erzielt. Absolut gesehen ist das erzeugte Schwarz dennoch eher ein Dunkelgrau (2,5 Lumen), so dass dunkle Filmszenen sichtbar an Bildtiefe einbüßen. Hier kommt die moderne Laserlichtquelle ins Spiel: Laserdioden lassen sich in Echtzeit dimmen, wovon die Ingenieure auch regen Gebrauch machen: Gleich drei verschiedene Dimm-Modi sind im Bildmenü integriert worden, die den Dynamikumfang unterschiedlich aggressiv spreizen. Je stärker das Dimmen, desto besser wird der Schwarzwert, aber auch desto höher wird das Risiko von Nebenwirkungen wie Bildpumpen / Helligkeitsschwankungen. Die beste Abstimmung zeigt im Falle des UHZ65 der „Modus1“: Er senkt in dunklen Szenen der Schwarzwert um etwas mehr als 75% ab und verbessert so die Darstellung von dunklen Filmszenen. Natürlich ist das Schwarz noch immer nicht auf dem Niveau von kontrastoptimierten Fronprojektoren (JVC / Sony), aber der Eindruck von typischen LCD-TVs wird durchaus erreicht und auch dunklere Spielfilme werden ansehnlich. Rechnerisch beläuft der sich ergebende dynamische Kontrast auf rund 6500:1, was vor allem mit dem sehr guten Kontrast von 280:1 (Schachbrett) bis 1000:1 innerhalb eines Bildes für eine insgesamt sehr gute Plastizität sorgt, die es mit TVs durchaus aufnehmen kann.

Farbdarstellung

In Sachen Farbpräzision muss ein UHD-tauglicher Projektor wie der UHZ65UST zwei aktuelle Standards erfüllen: Bei herkömmlichen FullHD / SDR Quellen kommt nach wie vor der BT709 Farbraum zum Einsatz, der mehr oder weniger deckungsgleich zu allen bisherigen HomeVideo Farbräumen der letzten Jahrzehnte ist.

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Der Farbraum ist ab Werk leicht erweitert,
die Sekundärfarben zeigen einen deutlichen Hang zu Blau

Die Kombination aus Laser und Phosphor hat mit den entsprechenden Grundfarben kein Problem, der Optoma CinemaX  deckt den HDTV-Farbraum ab. Ab Werk zeigt er aber leichte Übersättigungen in Rot und Grün, so dass die Darstellung sehr kräftig wirkt.  In den Sekundärfarben fällt vor allem Cyan auf, das auch bei richtigem D65 Weißabgleich zu bläulich dargestellt wird, ein bei Laserbeamern aufgrund des schmalen Spektrums des blauen Lasers häufiges Phänomen.

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Häufiges Problem bei Laserlichtquelle:
Zyan-Töne werden zu bläulich dargestellt
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Dank des Color-Managements lassen sich die Primärfarben gut auf die Norm abstimmen, ein leichter Blaustich in Zyan verbleibt aber. Dies stört zwar Perfektionisten, ist aber in der Praxis weniger gravierend: Vor allem Himmel- und Wassertönungen erscheinen etwas weniger grünlich.

Bei 4K/UHD Zuspielung gibt es im Rahmen von UHD-Premium auch alternativ (endlich) die originalen Kinofarben nach DCI P3 Norm, die mittels des neuen Standards BT2020 codiert werden. Die minimale Abdeckung dieses Kinofarbraumes sollte 90% betragen, um eine angemessen authentische Reproduktion zu ermöglichen. Optoma gibt in den technischen Daten eine Abdeckung von 87% an, was ausreichend nahe an diesem Limit liegt.

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DCI P3:
In Rot, Grün und Gelb wird keine volle Sättigung erreicht

Unsere Messung zeigt, dass der UHZ65UST eine gute Abdeckung des DCIP3 Farbraumes erreicht. Der Sollwert in Rot wird nur minimal verfehlt, das maximale Grün ist im Verhältnis zur Norm etwas zu blass. Das wirkt sich auch auf Gelb- und Goldtöne aus, die der UHZ65 nicht in höchster Sättigung reproduzieren kann. Im Ergebnis ist die Farbdarstellung von DCI P3 Filmen ansprechend und (wo gewollt) kräftig. Dieses positive Ergebnis ergibt sich auch aus dem Umstand, dass der große Farbraum durch die Laserengine ganz ohne zusätzliche Farbfilterung erreicht wird. Je heller das Bild, desto intensiver kann unser Auge die Farbtöne auch wahrnehmen. Auch in dieser Disziplin stellt der UHZ65 UST viele herkömmliche Frontprojektoren in den Schatten, erreicht aber keinen Referenzstatus.

HDR vs. SDR

Ebenfalls im UHD Premium Paket enthalten ist der „High Dynamic Range“ Standard, der sowohl in der Schattenzeichnung nahe an Schwarz als auch im maximalen Helligkeitspegel den Dynamikumfang steigert und so den Kontrast auf ein realistischeres Level hebt. Dementsprechend hell und kontraststark sollte auch das Bildausgabegerät (TV / Beamer) sein. Aufgrund ihrer Limitationen in Helligkeit und Schwarzwert ist eine vorteilhafte Darstellung von HDR Material bei Beamern besonders schwierig.

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Der UHZ65UST ist laut Hersteller zum HDR Standard voll kompatibel und erkennt entsprechende Signale auf Wunsch voll automatisch. Weiterführende Modi helfen dem Anwender dabei, die HDR Darstellung auf persönliche Präferenzen zu trimmen denn: HDR bei Beamern ist immer ein Kompromiss und das erreichbare Optimum unterliegt daher der Subjektivität: Mehr Helligkeit vs. mehr Inbildkontrast vs. subtile Schattenzeichnung usw usw…

Im Falle des UHZ65UST sind vor allem die hohen Lichtreserven eine gute Ausgangsbasis, tatsächlich erscheint die Darstellung alles andere als unterbelichtet, wie es nicht selten bei HDR-Projektionen der Fall ist. Nicht ganz so einfach ist es am „anderen Ende“, denn aufgrund des limitierten Schwarzwertes wirkt die HDR Darstellung schnell ausgewaschen. In der Werkseinstellung präsentiert sich das HDR Bild eher auf Helligkeit und Durchzeichnung getrimmt, so dass keine Bildinformationen verloren gehen. Allerdings fehlt dieser Einstellung auch der kontrastbetonte HDR-Look, die Bildkomposition wirkt insgesamt eher wie eine herkömmliche SDR-Abbildung. Mit Hilfe verschiedener Eingriffsmöglichkeiten im Bildmenü lässt sich der Kontrast aber anheben und die Schattenzeichnung subtiler gestalten, ohne Details zu verlieren. Dabei empfiehlt es sich eine Clippinggrenze von ca. 900nits anzustreben, so wird Überbelichtung für die meisten Filme vermieden, ohne dass die HDR-Darstellung zu dunkel erscheint (über eine effektive dynamische HDR-Anpassung verfügt der UHZ65UST) nicht.

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Einmal gewissenhaft justiert, weiß  die HDR-Reproduktion zu gefallen: Highlights wirken beeindruckend strahlend (besonders in Verbindung mit einem 100“ Screen), der Inbildkontrast liefert zudem räumliche Tiefe. Das Niveau von HDR optimierten TV (z.b. OLED) wird nicht erreicht, aber hinter herkömmlichen LCD TVs muss sich der Optoma CinemaX nicht verstecken.

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Bei SDR bietet der UHZ65UST
ab Werk eine gut abgestimmte Belichtung (Gamma)

In Sachen SDR ist der Weg zum Ziel einfacher, hier werden im Bildmenü „Gamma“ direkt die passenden Belichtungskurven angeboten, die sich auch messtechnisch bestätigen. „Standard“ und „Film“ führen zu einer natürlich wirkenden und originalgetreuen Reproduktion der Bildkomposition. Ferner gibt es einen „HDR Simulator“, der auch SDR-Material einen HDR-Look nachträglich verleihen soll, von seiner Nutzung ist aber abzuraten, da das Ergebnis oft überstrahlt wirkt.

 

Schärfe

Je größer das Bild, desto mehr profitiert es von der erhöhten 4K / UHD Auflösung: Mit einer gängigen Billdiagonale von 100 Zoll (2,54m) ist das Bild des Optoma LaserTVs deutlich größer als das eines herkömmlichen TVs und die hohe UHD Auflösung für ihn besonders wichtig. Da die native 4K-Auflösung bei DLP-Projektoren im Consumerbereich leider noch unbezahlbar ist, greift Optoma auf die XPR2 Technologie zurück, die durch einen Vierfach-Pixelshift die native FullHD Auflösug des DLP-Chips auf acht Megapixel erhöht. Und trotz der deutlichen Überlappungen erreicht diese Technologie eine erstaunliche gute Reproduktion des 4K-Originalbildes bei sehr analogem und pixelfreiem Look.

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Für den optimalen Schärfevergleich nehmen wir ein besonders gut aufgelöstes,
natives UHD Foto (oben) und stellen Bildpartien gegenüber

Die Fotos zeigen die tatsächliche Projektion im Direktvergleich zum voll aufgelöstem 4K-Original (Farbabweichungen entstehen aufgrund der Digitalaufnahmen der Laserprojektion).

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Oben: Original
Unten: Projektion

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Wie bei vorangegangenen XPR-Projektoren bildet die Projektion auch Kleinstdetails verblüffend akkurat ab und kommt der nativen Darstellung nahe.

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Oben: Original
Unten: Projektion

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Auch die optische Schärfe, die für Kurzdistanzprojektoren aufgrund des komplexen optischen Aufbaus mit Spiegel besonders schwer zu realisieren ist, wird der Auflösung gerecht, ein gewisser Schärfeabfall zu den Ecken hin ist aber wahrnehmbar.

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Oben: Original
Unten: Projektion

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Nicht minder wichtig als die Detailauflösung ist die Bewegungsschärfe, die vor allem durch eine Zwischenbildberechnung signifikant erhöht werden kann: Ein Algorithmus berechnet zusätzliche Bilder und erhöht so die Bewegungsfrequenz auf 60Hz bis 120Hz. Dadurch werden Abläufe flüssiger und Details bleiben auch in schnelleren Bewegungen scharf, der Eindruck wird insgesamt realistischer. Dies gilt aber nur, solange der Algorithmus fehlerfrei arbeitet. Sind die Bewegungsabläufe kompliziert, kann es passieren, dass der Algorithmus sie nicht richtig erkennt und Artefakte provoziert. Diese äußern sich meist durch Flackern von Bildpartien oder Bildruckeln und können im schlimmsten Fall mehr Nachteile produzieren, als Vorteile. Vor allem bei UHD-Auflösung brauchen die entsprechenden Prozessoren viel Rechenleistung, um die Aufgabe der Zwischenbildberechnung zuverlässig zu erfüllen und bis dato macht es tatsächlich kein Hersteller perfekt.

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Puremotion fügt Zwischenbilder
bei Bewegungen ein und erhöht so die Schärfe

Auch der Optoma CinemaX verfügt über eine 4K-Zwischenbildberechnung (PureMotion), deren Leistung als gut einzustufen ist: In den moderaten Modi sorgt sie für eine sichtbare Schärfeverbesserungen und weichere Bewegungsabläufe, ohne den Filmlook zu sehr zu zerstören. Störende Artefakte sind dabei die Seltenheit, die Vorteile überwiegen in diesem Fall klar.

Insgesamt bietet der Optoma UHZ65UST eine überzeugende Schärfe und Detaildarstellung und trägt das Label „UHD tauglich“ zurecht. Für die Referenzposition reicht es allerdings nicht, vor allem TVs sind mit bis zu 8K in Sachen Auflösung und Signalverarbeitung der Maßstab in Sachen Bildschärfe.

Ton

Wenn es um integrierte Lautsprecher bei TVs geht, rümpfen HighEnder (meist zurecht) die Nase, denn die flache Bauweise bietet meist keinen ausreichenden Resonanzraum für fülligen Ton. Umgekehrt möchten die meisten Nutzer im Alltag aber nicht jedes Mal die Stereoanlage samt Verstärker „anwerfen“, um spontan fernzusehen. Aus diesem Grund erfreuen sich „Soundbars“ einer stetig wachsenden Beliebtheit, da sie voll automatisch agieren und so einen akzeptablen Kompromiss aus Klang und Anwendung bieten.

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Ein LaserTV wie der Optoma UHZ65UST hat in dieser Beziehung einen baulichen Vorteil: Sein rechteckiges Chassis bietet genügend Platz, Lautsprecher mit Bassanteil zu integrieren, im Falle von Optoma wurden dazu spezielle „Nu-Force“ Chassis verwendet.

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In unserem Klangtest überraschte das integrierte Nuforce System mit einem ausgewogenen Klang, der auch „untenrum“ voluminös wirkte uns es durchaus mit Soundbars aufnehmen kann. Besonders lobenswert ist auch eine hohe Sprachverständlichkeit, ohne dass man den Lautstärkepegel über Zimmerlautstärke erhöhen muss. In dieser Beziehung stellt der Optoma CinemaX viele TVs in den Schatten. Durch die geringe Entfernung der beiden Lautsprecher zueinander stellt sich aber kein so räumlicher Eindruck ein, wie bei wesentlich breiteren Soundbars oder Stereoanlagen. Dennoch: Für den Alltag ist das Optoma / Nuforce System bestens gerüstet.

LaserTV in der Praxis

Soweit die (bild)technischen Ergebnisse, der Optoma UHZ65UST ist zweifelsohne einer der besten  Vertreter seiner jungen Produktkategorie. Doch wie sind diese Ergebnisse nun in Bezug zur gewollten Nutzung als TV-Alternative zu bewerten? Ist der Optoma LaserTV tatsächlich als Fernseher für das Wohnzimmer geeignet?  Entscheidender Faktor bei Beantwortung dieser Frage ist die Projektionsfläche:

Kombiniert man den Optoma CinemaX mit einer herkömmlich weißen Leinwand oder Wand, so verhält sich seine Projektion wie die eines herkömmlichen Frontprojektors. Mit knapp 3000 Lumen ist das Bild auch bei größeren Diagonalen strahlend hell, aber durch den Raum erzeugtes Streulicht vermindert den Inbildkontrast deutlich. Dies kostet Bildplastizität, im Vergleich zu einem herkömmlichen TV erscheint die räumliche Tiefe merklich vermindert. Der Schwarzwert in dunklen kontrastarmen Szenen liegt auf dem Niveau eines Mittelklasse LCD TVs mit Side-Lit LED Beleuchtung. Diese Ergebnisse gelten aber nur bei kompletter Abdunklung des Raumes, sobald etwas Fremdlicht (Lampe oder Sonnenlicht) in den Raum gelangt, wirkt das Bild weitgehend ausgewaschen, weil kein dunkles Schwarz mehr möglich ist. In der Konstellation mit einer weißen Wand ist der Optoma LaserTV nicht als Fernseher-Ersatz einzustufen.

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Sobald Fremdlicht ins Spiel kommt, wirkt das Bild auf der
weißen Leinwand (links) ausgewaschen.
Das Bild auf dem CLR-Screen (rechts) bleibt hingegen kontraststark.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich in Kombination mit einer speziellen Kurzdistanzleinwand, die oft das Kürzel „CLR“ für „Ceiling Light Reduction“ trägt, zu Deutsch „Reduktion des Deckenlichtes“. Der Name ist hierbei Programm: Derartige Leinwände bestehen aus kleinen horizontalen Reflektionslamellen, die durch eine 45° Diagonalstellung lediglich das Licht reflektieren, das von unten aus Richtung des Projektors einstrahlt. Die Oberseite der Lamellen ist schwarz eingefärbt, so das Licht von oben komplett absorbiert wird. Von unten weiß, von oben schwarz, dementsprechend erscheint die Leinwand bei direkter Aufsicht grau. Seitlich einfallendes Licht wird dadurch um rund 50% reduziert. CLR Screens gibt es in Größen zwischen 90 und 120 Zoll Bilddiagonale.

Screen_DetailFunktionsweise des CLR-Screens

Durch diesen Aufbau wird das Licht des UHZ65UST effektiv in Richtung Zuschauer gelenkt und behält seine helle Strahlkraft. Vor allem in Kombination mit der großen Diagonale erscheint das Bild nicht dunkler, als das eines herkömmlichen TVs. In horizontaler Richtung gibt es keine Bündelung, so dass das Bild auch aus diagonalen Blickwinkeln uneingeschränkt erstrahlt. Dies stellt vor allem gegenüber LCD TVs einen großen Vorteil dar, da deren Kontrast / Farbtreue nach wie vor bei schräger Aufsicht leidet. Umgekehrt muss man aber auch darauf achten, dass seitlich nicht zuviel Licht einfällt, denn trotz 50%  Reduktion kann es den Inbildkontrast mindern. Mit anderen Worten: Der CLR Screen sollte nicht direkt neben einem Fenster positioniert werden, da sich das Bild nicht gegen das Sonnenlicht durchsetzen kann. Der optimale Platz ist an einer Innenwand des Raumes bei gleicher Dämpfung des Sonnenlichtes durch weiße Gardinen. Beachtet man diese Regeln, zeigt sich auf dem Screen eine überzeugende Bildtiefe mit ansprechendem Kontrast. Der absolute Schwarzwert entspricht der eines Sidelit LCD TVs. Alles in allem zeigt sich ein ansprechender TV-Look, ein Laie würde nicht erkennen, dass es sich um eine Aufprojektion handelt.

Fazit

Der Optoma UHZ65UST alias CinemaX ist ein rundum gelungenes Erstlingswerk in Sachen LaserTV: Sein Design ist ansprechend elegant, die Technik darin (Laser-Lichtquelle mit DLP Lichtweg) robust und langlebig, die Aufstellung wohnraumkompatibel, die Bildqualität solide und zu allen modernen Bildstandards kompatibel.

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Mit der richtigen Raumplanung und einem optimierten Kurzdistanz-Screen (CLR) kann der Optoma LaserTV tatsächlich zu einem vollwertigen TV Ersatz mit ähnlichem Bildeindruck werden, nur in viel größerer Dimension, die richtiges Heimkino-Feeling vermittelt.

Optoma_UHZ65_UST_CinemaX_P1_59

Streng genommen ersetzt der Optoma nicht nur einen TV, sondern auch einen Heimkinoprojektor samt Leinwand. Dies alles zu einem fairen Preis von €3299.- macht den Optoma UHZ65UST zum klaren Preis- / Leistungssieger der ersten LaserTV Generation.

Optoma_UHZ65_UST_CinemaX_P1_60

Es ist tatsächlich so: Projektoren schlagen in Form der neuen LaserTVs zurück und schicken sich an, den herkömmlichen TVs mit ihrer Hauptstärke Konkurrenz zu machen, die wahres Heimkino ausmacht: „The Big Screen“!

Ekki Schmitt
Cine4Home

Cine4home.de Beamer und Heimkino Testmagazin Community Test Optoma UHZ65UST CinemaX – Das wohnraumtaugliche Großbild wird Wirklichkeit

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