Es ist soweit:

Heute erreichte uns einer der ersten LS10500 in deutschen Landen, orginal verpackt und „jungfreulich“. Mit HDR-Kompatibilität und verbessertem DCI-Filter soll er das UHDErlebnis auf einen neuen Level bringen. Die notwendigen Voraussetzungen hat das Gerät Dank der modernen Reflective-LCD Technologie zweifelsohne.

ls1

Dies ist natürlich Grund genug für uns, das Seriengerät intensiv zu untersuchen und die Ergebnisse hier in diesem Realtime-Review zu präsentieren, ungefiltert, ungeschönt.

ls2

Alle Leser sind zudem herzlich dazu eingeladen, unsere Untersuchungen mit Fragen und Anmerkungen zu begleiten, wir werden versuchen, jede Anregung ebenfalls „live“ zu berücksichtigen. Nutzt dafür bitte die Kommentarfunktion auf dieser Seite unter dem Test oder unsere Facebook Gruppe „C4H VIP Lounge“…

Auf geht´s!!!

Das Chassis

Äußerlich hat sich bis auf den neuen Schriftzug nichts geändert: Trotz der geschwungenen Formengebung ist der LS10500 nach wie vor ein echter Beamer-Koloss, der gerade in seinem mattschwarzen Kleid die Heimkinofans polarisiert.

ls3

Da der Projektor ja nun mit HDR-Kompatibilität aufwartet, war es interessant, ob sich an den entsprechenden Eingängen etwas geändert hat, sprich ob beide Eingänge mittlerweile HDCP2.2 unterstützen. Doch auch hier keine Neuerungen, der Blick auf das Anschlusspanel beweist: Alleine der HDMI-1 Eingang unterstützt die für UHD notwendigen Signalstandards.

ls4

Auch bei der Fernbedienung können wir auf den ersten Blick keine Veränderungen feststellen.

Auf Chassis-Seite, zumindest rein äußerlich, gibt es also nichts Neues zu verzeichnen, weshalb wir uns direkt dem Betrieb und den gebotenen Einstelloptionen widmen werden…

Einrichtung / gebotene Optionen

Zunächst gilt es, den LS10500 möglichst scharf auszurichten, was Dank der motorisierten Optik und des eingebauten Testbildes kein großes Problem darstellt.

ls5

Sowohl in der Konvergenz als auch der optischen Schärfe gibt es keinen Grund zur Beanstandung, es handelt sich hierbei wohlgemerkt um ein normales Seriengerät und nicht um ein speziell ausgesuchtes „Golden Sample“, so zumindest die Versicherung seitens Epson

m4

Wie schon beim LS10000 bewirkt die Aktivierung des 4K-Enhancements (bei Epson auch pShift genannt) ein Weichzeichnen der Menüschrift, vermutlich durch die Überlagerung der beiden geshifteten Pixelstrukturen. Der TW9300 aus selbigem Hause hat dank größerer Pixelabstände hier die Nase vorn.

ls6

Bei abgeshaltetem pShift zeigt sich, dass die Optik die hohe Füllrate der R-LCDs scharf abbildet und trennt, was für eine hohe Bildschärfe essentiell ist.

m1

Zurück zu den Menüs: Auf den ersten Blick gibt es auch hier keine Neuerungen. Zu unserer Überraschung hat man nicht die überarbeitete Menüstruktur des TW9300 übernommen, sondern die alte belassen.

m5

Erst im erweiterten Signal-Menü offenbart der EH-LS10500 seine neuen Fähigkeiten: Hier kann man sowohl die BT2020 Farbmatrix als auch den gewünschten HDR-Pegel forcieren.

m3

Wie schon beim TW9300 ist die Pegelkonfiguration recht praktisch gelöst: Jeder HDR-Modus steht für eine andere Clipping-Grenze, „HDR 2“ entspricht dabei dem derzeit gängigen Mastering-Standard von 1000nits.

m11

Auch die hervorragende „Color-Uniformity“ Funktion des TW9300 finden wir beim LS10500 leider nicht wieder, schade. Das Pixel-Alignment mussten wir dank der sehr guten Werkskonvergenz nicht in Anspruch nehmen.

m7

An Speicherbänken für individuelle Bildeinstellungen und Lens-Memory Positionen wurde nach wie vor nicht gespart und diesem ein eigener Menüpunkt gewidmet.

m8

Der Info-Screen bietet löblicherweise dieselben ausführlichen Informationen, wie der des TW9300: Hier kann der Anwender direkt ablesen, welche Auflösung, Signalart und Bit-Tiefe vom Zuspieler ausgegeben werden:

m10

Unser erster Überblick der gebotenen Optionen zeigt, dass tatsächlich nur HDR-relevante Funktionen der Menüstruktur des Vorgängers LS10000 zugefügt wurden. Auf andere neue Funktionen, wie sie der TW9300 bietet, wurde verzichtet.

Erster HDR Funktionstest

So, nach der ganzen Theorie wenden wir uns dem ersten spannenden Thema zu: Funktioniert die 12bit Verbindung zum UHD-Player? Wir testen mit dem Samsung K8500 und werden positiv überrascht:

m12

Das Foto beweist: 12bit 4:2:2 sind bei UHD-Bluray Zuspielung kein Problem. Allerdings scheint der Samsung „freiwillig“ kein 4:4:4 auszugeben. Das lässt Fragen offen, doch dazu später mehr.

Erste Messung: Lichtleistung

Die technischen Daten in Sachen Lichtleistung sind identisch zum LS10000, wir haben sie dennoch überprüft.

Für maximale Ergebnisse zoomen wir auf die maximale Bildgröße und aktivieren den Dynamikmodus: Unser Testexemplar schafft hier 1700 Lumen, das ist vorbildlich. Doch leider verbindet er dies mit einem extremen Grünstich, weshalb der DynamikModus für eine farblich neutrale Wiedergabe nicht geeignet ist.

Es folgt der Natürlich-Modus,  in dem der Projektor ab Werk auf die Videonorm (D65 Farbtemperatur und HDTV-Farbraum) geeicht ist: Rund 1100 Lumen verbleiben. Auch dies ist ein sehr guter Wert, zumal dieser dank Laserlichtquelle über einen sehr langen Zeitraum konstant bleiben wird. 35% Lichtverlust durch die Farbkalibrierung deutet auf ein großes Tuning-Potenzial per externen Farbfilter hin, dies werden wir untersuchen.

Die beiden Eco-Modi kosten etwas mehr als 20% bzw. 40%. So verbleiben im mittleren Modus rund 840 und im Eco Modus rund 580 Lumen bei maximalem Zoom.

Auch der Zoom hat wie immer Einfluss auf die Lichtleistung: Bei minimierten Zoom (kleinstes Bild), verbleiben rund 771 Lumen maximal, das sind 30% weniger als bei maximalem Zoom. Dafür steigt aber auch der native Kontrast, mehr dazu später.

Es verbleibt die manuell Iris im Objektiv, mit der man ebenfalls Helligkeit gegen Kontrast tauschen kann. Sie lässt sich in 12 Stufen regeln und kostet maximal 45% Licht, es verbleiben 560 Lumen.

Die erste gute Nachricht! Der zuschaltbare DCI-Filter kostet nicht mehr soviel Licht, wie noch beim Vorgänger: Rund 1000 Lumen verbleiben so für die UHD BT2020 Farbreproduktion, deutlich mehr als beim kleinen Bruder TW9300.

Erste Farbmessungen

Besonders spannend sind die erweiterten Farbräume, die mittels des internen Farbfilters erreicht werden. Unsere Erwartungen (Erreichen des DCI P3 Farbraumes) wurden bei Weitem übertroffen: