Epsons neuer Wohnzimmer-Allrounder
im ausführlichen Serien-Check!

Cine4home Cine4home Edition High End

Während im HighEnd Segment vor allem die 4K-kompatiblen Projektoren von Sony (VPL-VW500 / VW1100) und JVC (DLA X-500/X700/X900) viel Aufmerksamkeit erwecken, verteidigt ein „Klassiker“ ganz unscheinbar seine Vormachtstellung und Marktführerschaft im Wohnzimmereinsatz. Die Rede ist vom Epson EH-TW9200(W), mit dem die 9er Serie vor wenigen Wochen in die dritte Generation ging.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Statt auf ein einziges, spezielles Feature als Verkaufsargument zu setzen, verfolgt der Hersteller mit dem 9200er vielmehr das Ziel des universalen Allroundbeamers, der für nahezu jeden Raum und jeden Einsatzzweck geeignet ist. Dafür notwendig ist die Kombination aus hoher Lichleistung, gutem Kontrast, guten Farben, voller HD-Aufllösung, Aufstellungsflexibilität, kompaktem Gehäuse, einfacher Installation und vielen Einstelloptionen.

Diese Mischung ist keineswegs leicht zu realisieren und dementsprechend klein ist die Auswahl. Und kaum ein anderer Beamer vereint all diese Eigenschaften derart konsequent wie der 9200er, so dass die meisten Großbildfreunde, die einen Beamer für alle Fälle suche, nach wie vor zu Epsons Allrounder greifen.

Seit drei Generationen hat sich das Chassis der TW9xxx Serie nicht verändert, da sind natürlich keine gravierenden Qualitätssprünge zu den direkten Vorgängern zu erwarten. Doch gleichzeitig sind gerade die Modelle der späteren Generationen eines Chassis besonders ausgewogen, ausgereift und zuverlässig, da bei ihnen alle „Kinderkrankheiten“ beseitigt sind.

Wie gut dieser „Reifeprozess“ den Ingenieuren beim neuen Epson EH-TW9200 gelungen ist, haben wir in den letzten Wochen an mehreren Dutzend Seriengeräten untersucht und präsentieren in diesem Special die tatsächlichen Leistungsdaten im Serienschnitt, die gleichzeitig als Auswahlkriterien für die Cine4Home Edition dienen.

Denn die Cine4Home Editions beschränken sich nicht nur auf eine „Schnellkalibrierung“, sondern werden auch gewissenhaft auf alle Aspekte der Bilddarstellung untersucht: Pixelfehler, Helligkeit, Kontrast, Color Uniformity, Schärfe etc.. Diese werden alle messtechnisch erfasst und in einem Testprotokoll schriftlich festgehalten. Nur so erhält der Kunde einen wirklich informativen Überblick über die individuelle Leistungsfähigkeit seines Projektors, die nur bei messtechnischer Untersuchung objektiv nachgewiesen werden kann. Wichtig dabei ist die anschließende Protokollierung der Ergebnisse, sie machen den entscheidenden Unterschied.

1. Der protokollierte Check-Up (Serienstreuung)

Wie immer überprüfen wir für die „Cine4Home Edition“ jedes einzelne Gerät individuell auf die Einhaltung aller Toleranzen, die wir bei der Serienanalyse ermittelt haben. Dabei haben wir im Falle des TW9200 folgende Beobachtungen gemacht:

1.1 Pixelfehler

Bei der kommenden 4K-Generation sind Pixelfehler sicherlich kein störendes Thema mehr, und auch bei FullHD gibt es „schlimme“ und „unsichtbare“ Pixelfehler, doch nach wie vor gehört der Pixelfehlercheck zu dem Leistungskatalog der meisten Fachhändler in Deutschland (wenn auch nur bedingt vom Hersteller gedeckt). Daher ist der Check auch Bestandteil der Cine4Home Edition, bei der wir ein besonders gewissenhaftes Verfahren verfolgen:

Testverfahren:
Besonders ärgerlich sind grüne und rote Leuchtpixel, da sie besonders hell erscheinen und dunkel Filmszenen stören. Aber auch andersfarbige oder gar schwarze Pixelfehler sind möglich. Daher erfolgt der Pixelfehlercheck für die Cine4Home Edition in vier Schritten:

Im ersten Schritt wird ein bildfüllendes Schwarz projiziert und die Leinwand auf Pixelfehler abgesucht, die immer leuchten und so für ungewollte bunte Sterne sorgen.

-> ->

Anschließend wird mit ebenfalls bildfüllenden Grün- / Rot- / Blaubildern überprüft, ob ständig ausgeschaltete Pixelfehler schwarze Punkte in Hellen Bildern provozieren.

Ergebnisse:
Die Ergebnisse unserer Pixelfehlerchecks waren teilweise überraschend: Der weitaus größte Teil der Probanden war (wie gewohnt) ohne jegliche Pixelfehler. Doch gerade in der ersten Charge begegneten uns vereinzelt Pixelfehler unterschiedlicher „Couleur“.

Der Klassiker unter den Pixelfehlern, heller Punkt auf schwarzem Grund, war selten, doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Besonders störend sind hierbei rote Leuchtpunkte, wie im Foto oben festgehalten. Entsprechende Geräte haben wir aussortiert.

Nicht unbedingt weniger störend sind Pixelfehler in den Grundfarben, sie sind uns auch schon beim kleineren Bruder 7200 im Seriencheck vereinzelt untergekommen.

Das Problem dieser Pixelfehler liegt darin, dass sie grundsätzlich zu Falschfarben führen, weil die jeweilige Mischfarbe fehlt, wie man bei Sekundärfarb-Testbildern leicht aufzeigen kann. Auch Geräte mit dieser Art von Pixelfehlern fielen durch das Raster der Cine4Home Edition und wurden von uns aussortiert. Zu Glück sind die hier dokumentierten Fälle die Ausnahme, nicht die Regel, bei neuen Chargen sind uns kaum noch Fehler untergekommen.

1.2 Color Uninformity

Bei LCD-Projektoren handelt es sich um „3Chip Projektoren“, sie verfügen nicht nur überreinen einzelnen Lichtweg und ein einzelnes Panel, wie ein herkömmlicher DLP-Beamer, sondern derer gleich drei: Für jeden Farbkanal (Rot, Grün und Blau) einen eigenen. Und diese drei Farbkanäle müssen über Spiegel und Glasprismen auch wieder im Gerät zusammengeführt werden. Die Anzahl der involvierten optischen Elemente mit individuellen Toleranzen führt zwangsläufig zu leichten farblichen Unterschieden in verschiedenen Bildregionen.

Testverfahren:
Ausnahmslos jeder 3Chip Projektor, egal welcher Technologie oder Preisklasse, unterliegt einer solch leichten, technisch bedingten Schwankung in der Farbhomogenität des Bildes. Allerdings sollten die Toleranzen hierbei so gering sein, dass sie im normalen Filmbetrieb vom Auge unbemerkt bleiben. Für die Cine4Home-Edition testen wir die Farbhomogenität daher systematisch:


Beispiel eines Uniformity-Checks

Dabei haben wir uns an dem Verfahren der ANSI-Kontrastmessung orientiert und das Bild in neun Bereiche unterteilt. Die Referenz stellt die Bildmitte bei Weiß dar (kalibriert auf 6500K/D65), an der sich die anderen Bereiche im wahrsten Sinne des Wortes messen lassen müssen. Nur wenn alle(!) einzelnen Messergebnisse unter der von uns (bedingt durch die Serienstreuung) für das Modell ermittelten Toleranzgrenze liegen, qualifiziert sich das Gerät für die Cine4Home Edition.

Ergebnisse:
LCD Projektoren galten in der Vergangenheit als besonders anfällig in Sachen Farbwolken und auch heute noch sind eingefärbte Bildecken bei günstigen AV-Modellen keine Seltenheit. Offensichtlich ist man sich aber bei Epson den Ansprüchen gegenüber der höheren Preisklasse eines TW9200 bewusst und hält die Toleranzen im guten Rahmen: Die Farbtoleranzen nach obiger Messmethode liegen durchschnittlich auf einem guten Niveau, das im normalen Filmbetrieb nicht auffallen dürfte.

Nominell sind die Abweichungen der Ecken und Rändern im Verhältnis zur Bildmitte mit +/-300 Kelvin zu beziffern, was zwar nicht so gering ausfällt, wie beim Hauptkonkurrenten HW55 von Sony, aber immernoch als gut für einen 3Chip Projektor zu bezeichnen ist. Diese Toleranz wird in der Serie auch sehr gut eingehalten.

1.3 Helligkeit nach Kalibrierung

Eine der großen Stärken des TW9200 ist zweifelsohne seine hohe Brutto-Hellkigkeit, die Epson mit 2400 Lumen beziffert. Nahezu alle Geräte erreichten diesen Sollwert auch im Dynamik-Modus, der ohne jegliche Farbkorrektur mit seinem nativen Lampenspektrum aber unter einem erheblichen Grünstich leidet.


Deutlicher Grünüberschuss im Dynamik-Modus

Die spannende Frage ist daher, wie viel Lichtleistung nach der Kalibrierung / Farbkorrektur verbleiben. Die Antwort: Rund 30% Licht gehen durch die Kalibrierung auf die D65 Videonorm verloren, es verbleiben ca. 1650 Lumen im Serienschnitt. Dies ist immernoch ein hervorragender Wert, der deutlich vor der direkten Konkurrenz (JVC / Sony) liegt. Die untere Grenze gemäß der normalen Serienstreuung liegt bei 1600 Lumen, die dementsprechend für die Cine4Home Edition eingehalten werden müssen. Erreicht werden kann dieser Wert aber nur ohne Einsatz des internen Cinema-Filters, sprich im „Dynamik“ oder „Wohnzimmer“-Modus, ersterer kann zudem nur mit dem externen „Enhanced Light Power Filter“ kalibriert werden.

Aktiviert man hingegen den „Natürlich“ oder „Kino“- Modus, so fährt sich automatisch ein interner Filter in den Lichtweg, der die Grundfarben reiner filtert, aber dafür auch einen erheblichen Lichtverlust provoziert: Rund 70% verliert der Beamer durch diesen Filter, im Serienschnitt verbleiben 750 Lumen, was immernoch einen guten Wert darstellt. Vorteil dieses Modis ist ein sehr guter Schwarzwert (vgl. nächstes Kapitel). Die Untergrenze für die Cine4Home Edition ziehen wir bei 720 Lumen.

Anmerkung: Für eine möglichst hohe Praxistreue ermitteln wir die Lumenleistung bei großem Zoom, sowohl kalibriert als auch unkalibriert (bei maximaler Lichtausbeute). Beides wird selbstverständlich protokolliert.

1.4 Kontrast nach Kalibrierung

Erfahrene Heimkinofans wissen, dass die Werksangabe bzgl. des Kontrastes von „600,000:1“ inflationär und wenig realitätsbezogen ist. Erreicht werden diese Werte in der Regel durch eine übertriebene Steuerung der adaptiven Blende bei Testbildern. Bei normalem Filmbetrieb werden diese Messwerte dann niemals erreicht. Aus diesen Gründen ermitteln wir für verschiedene Modi die „realistischen“ Werte, sprich den nativen Kontrast und den dynamischen Kontrast unter moderatem Einsatz der adaptiven Blende.

Wie schon die Helligkeit hängt der Kontrast von dem verwendeten Bildmodus und der entsprechenden Kalibrierung ab: Im ausgereizten Dynamikmodus erreicht der TW9200 ein natives Kontrastverhältnis von 8200:1 im Serienschnitt. Dies ist im LCD-Bereich absolute Referenz und schlägt selbst den LCOS Konkurrenten Sony HW55. Dynamisch wird der Kontrast auf ca. 50,000:1 gesteigert.

Dank des optimierten Cinemafilters wird der hohe native Kontrastumfang auch im „Natürlich“ bzw. „Kino“-Modus gerettet, 7200:1 verbleiben im Serienschnitt. Die Untergrenze zur Qualifikation als Cine4Home Edition ziehen wir in diesen Modi bei 6700:1 (40,000:1 dynamisch). Dieses hohe Kontrastverhältnis sorgt für eine sehr gute Durchzeichnung und einen ansprechend dunklen Schwarzwert.

Größere Kontrasteinbußen sind leider im Wohnzimmermodus zu verzeichnen: Durch die Farbanpassung (Kompensation des Grünstiches) geht ein beträchtliche Teil des Kontrastes verloren, es verbleiben nur etwa 4300:1 (20,000:1 dynamisch) im Serienschnitt. Der Schwarzwert ist dementsprechend aufgehellt und nimmt Plastizität aus dunklen Szenen. Aus diesen Gründen haben wir uns entschlossen, den Wohnzimmermodus nicht für die Cine4Home Edition zu nutzen.


Der Enhanced Light Power Filter erhält den vollen Kontrast
bei gleichzeitiger Lichtmaximierung

Die messtechnisch besten Werte erreicht der TW9200 mittels „Enhanced Light Power“ Filter: 8300:1 (53,000:1) nativer Kontrast im Serienschnitt wird hier erreicht, die Untergrenze für die Cine4Home Edition ziehen wir bei 7800:1. Trotz der hohen Helligkeit von nahezu 1700 Lumen wird so ein guter Schwarzwert geboten. Bei jeder Cine4Home Edition ist der entsprechende Enhanced Light Power Filter Teil des Lieferumfangs!

1.5 Farbraum

Auch in Sachen hat der Epson EH-TW9200 zwei Gesichter: Ohne Cinemafilter zeigt sich eine leichte Gelbverschiebung in Grün, die für besonders lichtstarke Modi typisch ist.


Nativer Farbraum ohne Cinema-Filter

Bei Aktivierung des Kino-Modus schiebt sich der Cinema-Filter automatisch in den Lichtweg und filtert besonders reine Grundfarben. Dementsprechend groß ist der resultierende Farbraum:


Erweiterter Farbraum des Cinema-Modus

Auch der „Natürlich“ Modus basiert auf diesem erweiterten Farbraum, dieser wird aber ab Werk mittels internem Color-Management auf den HD-Videostandard abgeglichen.


Der Natürlich-Modus ist ab Werk auf die HD-Norm kalibriert

Dem Nachteil des großen Lichtverlustes von 70% (bei hervorragendem) Schwarzwert steht der Vorteil gegenüber, dass sich ausnahmslos jeder TW9200 in diesem Modus perfekt auf die Videonorm kalibrieren lässt. Auch die Werkseinstellungen führen bereits zu einer sehr guten Farbneutralität.

1.6 Optische Schärfe

Wie schon bei unserem ersten Preview-Test ermittelt, haben sich die Ingenieure einer der Hauptkritikpunkte bzgl. der Vorgänger TW9000/9100 angenommen: Der teilweise mangelnden optischen Schärfe. Eine großzügige Serienstreuung, vor allem aber die Nutzung des Lensshiftes, sorgten nicht selten für Farbsäume und Unschärfen an Pixelrändern bei den vergangenen Generationen.


Verbesserte Schärfe des TW9200

Die gute Nachricht: In Sachen optischer Schärfe hat der Hersteller erheblich nachgebessert: Die Halo-Effekte um starke Kontrastübergänge wurden verringert und die Serienstreuung in der Schärfe ist bei weitem nicht mehr so stark, wie in den vergangenen Jahren.


TW9200:
Ausreißer in der optischen Schärf
e

Aber: Es gibt immernoch vereinzelt Ausreißer in der optischen Schärfe, wie unsere Fotos oben zeigen. Die betroffenen Geräte liefern kaum ein höheres Schärfeerlebnis und werden daher von uns auch nicht für die Cine4Home Edition verwendet. Oft sind solche Unschärfen die Folge von Transportschäden und kommen daher immer mal wieder vor.

1.7 Staub

Durch das notwendige, aktive Luftkühlungssystem der LCD-Panels ist das Staubrisiko bei einem 3LCD-Projektor wesentlich höher, als bei einem LCOS- oder DLP-Projektor. Mit immer besseren Staubfiltern hat Epson aber effektiv entgegen gewirkt und in der Regel hat man inzwischen auch bei einem LCD-Projektor lange Ruhe vor der ersten notwendigen Reinigung.

Anders sieht es allerdings aus, wenn der Projektor bereits ab Werk Staub aufweist. Dies ist uns vereinzelt (TW9200/7200) aufgefallen und wir haben betroffene Geräte direkt aussortieren müssen. So etwas sollte bei einem Gerät dieser Preisklasse nicht vorkommen und der Hersteller hat anscheinend schon reagiert: In neuen Chargen ist uns bislang kein Staub mehr untergekommen.

2. Die Kalibrierung

Soweit die Werkstoleranzen und messtechnischen Ergebnisse, die Epsons neuer Heimkinobeamer im Serienschnitt erreicht… nun kommen wir von dem „Ist“-Zustand zum „Soll“-Zustand, sprich zum komplett kalibrierten Beamern. Hier kommen die Videonormen ins Spiel: Je genauer der Projektor auf diese Normen kalibriert ist, desto neutraler verhält er sich und desto präziser ist seine Bildreproduktion.

Die Einhaltung der Videonormen ist daher unter vielen Heimkinofans ein wesentliches Qualitätsmerkmal in der Darstellung, schließlich will man den Film daheim so auf der Leinwand betrachten, wie es seine Macher beabsichtigt haben. Selbstverständlich gehört eine Norm-Kalibrierung zum Grund-Repertoire der Cine4Home Edition. Den EHTW9200(W) kalibrieren wir gleich dreimal:

– Eine Kalibrierung für eine möglichst natürliche und artefaktfreie Bildreproduktion

– Eine Kalibrierung für eine besonders helle und kontrastreiche Darstellung bei guter Farbgebung (LPE-Modus).

– Eine Kalibrierung für eine akkurate Farbreproduktion in 3D unter Berücksichtigung des Brillen-Einflusses.


2.1 Normkalibrierung

Wie bereits erwähnt, bietet der „Natürlich“-Modus unter Verwendung des internen Cinema-Filters und guter Werkseinstellung bereits „out of the the box“ eine sehr neutrale Farbdarstellung des Bildes.


Werks-Einstellung „Natürlich“-Modus

Unser Messüberblick zeigt, dass die Primärfarben (Rot, Grün und Blau) in Farbton, Sättigung und Helligkeit bereits sehr gut abgestimmt sind, auch wenn noch nicht in perfekten Toleranzen. Vor allem Grün ist ab Werk meist zu gelblich abgestimmt und Blau zu blass.

Die Abweichungen der Sekundärfarben (Gelb, Magenta und Zyan) sind vor allem auf die bei den meisten Geräten zu rötliche Abstimmung der Farbtemperatur zurückzuführen:


Zu rote Werkabstimmung des D65-Presets

Dieser Rotstich macht sich vor allem bei Gelb-, Orange- und Rosatönen bemerkbar, Gesichtsfarben sind unmittelbar betroffen.

Zum Glück bieten Epson Heimkinoprojektoren für beide Gebiete der Farbdarstellung (Farbraum & Farbtemperatur) die am besten funktionierenden Werkzeuge des Marktes. Sowohl die RGB-Regler für die Farbtemperatur als auch das komplette Color-Management tun genau, was sie sollen.

Genaues Messwerkzeug und Kalibrier-KnowHow vorausgesetzt, lässt sich die Farbdarstellung des TW9200 perfektionieren:


Kalibrierter Farbraum des TW9200 C4H-Edition

Der leichte Gelbstich in Grün wird korrigiert und alle Grund- und Sekundärfarben in ihrer Helligkeit genau auf den Weißpegel abgestimmt:

Auch die differenzierte DeltaE-Analyse der Sättigung und des Farbtons bescheinigen dem kalibrierten TW9200 einen perfekten Abgleich ohne sichtbare Abweichungen zur Videonorm:


Das Gleiche gilt für die Farbtemperatur, die über alle Helligkeiten hinweg so abgestimmt wird, dass der Projektor sich absolut farbneutral verhält:

Fehlerfreier D65-Abgleich durch Kalibrierung

Der Rotstich ab Werk wird durch die Kalibrierung korrigiert. Wie genau der Projektor Farbtöne fernab der Grundfarben abbildet, zeigen unseren DeltaE-Analysen des Farbraumes. Die Ergebnisse sind vorbildlich:


Links: Videonorm, Mitte: Projektor
Rechts:Delta E (grün bedeutet „< 3“)


Die Farbanalyse zeigt, dass alle Farben des Videostandards ohne sichtbare Abweichungen abgebildet werden.

Farblich richtig kalibriert verbleibt noch die richtige Abstimmung aller Helligkeiten in der Bildkomposition, was mittels der Wahl des richtigen Presets und eventueller Korrektur per Gamma-Manager erfolgt:

Das Gamme ist bei den meisten TW9200 bereits so gut ab Werk abgestimmt, dass eine aufwändige Nachkorrektur nur selten notwendig wurde.

Kalibriertes Gamma


Der leicht erniedrigte Gamma-Wert bei 10% Signalstärke sorgt dabei für eine verbesserte Durchzeichnung, was sich vor allem in normalen Wohnräumen positiv auswirkt.

Die gute Werkseinstellung und die leistungsfähigen Kalibrier-Funktionen erlauben es, den Epson EH-TW9200(W) in Farbraum, Farbtemperatur und Gamma perfekt auf die Norm zu trimmen. Mit dieser Normkalibrierung verhält sich der Projektor farbneutral und alle Farben erscheinen auf der Leinwand so, wie sie im Mastering Studio abgemischt wurden. Dank des hohen nativen Kontrastes inkl. guten Schwarzwertes und des optimierten Gammas überzeugt das Bild zudem mit einer sehr hohen Plastizität sowohl in dunklen als auch hellen Sequenzen.

2.2 LPE – Modus

Der kalibrierte Natürlich-Modus überzeugt in fast allen Domänen: Farbtreue, Kontrast, Schwarzwert und Bildplastizität. Lediglich in einem Bereich zeigt er durch die Nutzung des internen Farbfilters Schwächen: Seine Helligkeit beträgt lediglich 750 Lumen im hohen Lampenmodus, bzw. 550 Lumen im leisen Eco-Modus. Dies macht eine komplette Abdunklung des Raumes unabdingbar.

Möchte man die Helligkeit des Projektors ausnutzen, ohne dabei Abstriche im Kontrast zu machen, kommt man um die Nutzung des „Enhanced Light Power“ Filters nicht herum.

Für die Cine4Home Edition haben wir uns daher für diese Filterlösung entschieden (statt einer Kalibrierung des Wohnzimmer-Modus mit reduziertem Kontrast). Basis ist hier der Dynamik-Modus, dessen Grünstich durch die leichte Rotfärbung des Filters ausgeglichen und der Schwarzwert im gleichen Maß verbessert wird.

Um dem erhöhten Kontrastverhältnis des neuen EH-TW9200 Rechnung zu tragen, wurde dieser Filter in der neuen „Enhanced“ Generation weiter vergütet und hält auch den hohen Inbildkontrast des Projektors.

Im Ergebnis bietet der LPE-Modus die höchste Helligkeit und den höchsten Kontrast bei guten Farben. Er ist damit für Projektionen unter Restlichtbedingungen, aber auch für große Bildbreiten besonders gut geeignet. Der Modus gefällt aber auch vielen so gut, dass sie ihn dauerhaft für alle Einsatzbereiche nutzen. Der LPE-Filter und Modus sind fester Bestandteil jeder TW9200 C4H-Edition.

2.3 3D Kalibrierung

In Sachen Farbgenauigkeit und Bildkomposition gelten die gleichen Maßstäbe, wie für 2D, sprich die Farbtemperatur und das Gamma sollten auf eine maximale Genauigkeit getrimmt werden. Doch die unumgängliche Shutter-Brillentechnik bewirkt nicht nur einen gravierenden Helligkeitsverlust, sondern beeinflusst auch die Farbdarstellung, denn die Polfiltergläser der Brille sind keinesfalls farbneutral, sondern wirken sich wie ein externer Farbfilter auf die Darstellung aus. Eine gewissenhafte Kalibrierung muss daher die Brille mit in die Messung einbeziehen.

Aus diesem Grund haben wir uns für den 3D Modus ebenfalls zur Nutzung des LPE-Filters entschieden, um auch hier die maximale Helligkeit und Kontrast zu bieten. Die Brille wird ebenfalls mit einbezogen, denn auch die Brillen unterliegen einer gewissen Serienstreuung und Toleranz, die Cine4Home für seine Referenztests ermittelt. Diese Ergebnisse fließen ebenfalls ausschließlich in die kalibrierte Cine4Home Edition ein. Dies verhindert signifikante Abweichungen beim nachträglichen Kauf zusätzlicher Brillen.

2.4 ICC Profilierung

Auf Sonderwunsch ist es auch möglich, gesonderte ICC Profile der Cine4Home Edition erstellen zu lassen. Dies erleichtert die Einbindung in Computersysteme, bei denen die farbliche Korrektur softwarebasierend durchgeführt wird.

2.5 Spezialkalibrierung

Auch spezielle Kalibrierungen auf andere Standards (Farbräume / Farbtemperatur), ist bei der Cine4Home Edition möglich, soweit es die Beschaffenheit des TW9200 zulässt.

3. Fazit & Bezugsquellen

Jede Cine4Home Edition ist für uns und jeden Beamerkäufer ein interessantes Projekt mit zuverlässigen Ergebnissen. Und wieder hat unser Seriencheck interessante Tatsachen ans Licht gebracht: Wirklich vorbildlich verhält sich der neue TW9200 in Helligkeit, Kontrast und Farbtreue. Vor allem im Kontrast hat sich diese Generation erneut verbessert und bietet einen noch besseren Schwarzwert, als seine Vorgänger. Verbesserungen sind auch in der optischen Schärfe zu verzeichnen, die nun kleine Details klarer abgrenzt.

Cine4home Cine4home Edition High End
Check:

– Check und Protokollierung von Pixelfehlern

– Check / Justage von Konvergenz und Schärfe

– Messtechnische Erfassung und Protokollierung(!) der kalibrierten Helligkeit

– Messtechnische Erfassung und Protokollierung(!) des kalibrierten Kontrastes

– Messtechnische Erfassung und Protokollierung(!) der Color Unfiformity

 

Eine gewisse Serienstreuung bleibt aber nach wie vor und wir mussten auch „unscharfe“ TW9200 ausmustern, die wohl Opfer von Transportschäden wurden. Insgesamt haben sich die Werkstoleranzen weiter verbessert, doch Geräte mit Pixelfehlern oder „Staub ab Werk“ werden dieser gehobenen Preisklasse nicht ganz gerecht. Sie bilden aber zum Glück die Ausnahme und fallen in aktuellen Chargen kaum noch ins Gewicht.

Durch die Ermittlung des Serienschnittes für unseren Referenz-Test konnten wir zudem realistische Toleranzen festlegen und so gewährleisten, dass alle Cine4Home Editions entsprechend der gerätetypischen Leistungsfähigkeit arbeiten und eine so gute Bildqualität liefern, wie in der Vorführung unserer Partner (siehe Liste unten).

Alles in allem verteidigt der Epson EH-TW9200 seine Position als besonders flexibler Wohnzimmer-Allrounder, dem in der Summe seiner Eigenschaften lediglich ein Sony VPL-HW55 oder JVC DLA-X35 Konkurrenz machen kann.

Cine4home Cine4home Edition High End
Kalibrierung :

– 10 jährige Test- / Kalibriererfahrung mit über 2500 Heimkinobeamern

– Verwendung spezieller Hardware und Messalgorithmen für:
Farbraum
Farbtemperatur
Gamma
Kontrast

– Normkalibrierung

– Zusätzliche Kalibrierung auf Beamer-Optimum

– 3D Kalibrierung

– ICC-Profilierung (optional)

– Kalibrierung auf andere Normen (optional)

 

Auch bei der Kalibrierung konnten wir das gesamte Leistungsspektrum der Cine4Home Edition ausschöpfen:

– In dem Modus „Natürlich“ zeigt sich der Epson TW9200(W) absolut normgerecht und farbneutral, weil hier gewissenhaft alle Parameter gemäß Norm kalibriert wurden (siehe Kapitel 2).

– In dem Modus „LPE“ hingegen werden Kontrast und vor allem Helligkeit des Projektors weiter ausgereizt und so eine hellere Bilderzeugung bei guter Farbgebung und optimiertem Schwarzwert erreicht. Dazu wird der neue Enhanced Light Power Filter verwendet, der der Cine4Home Edition beiliegt.

– In dem Modus „3D“ bietet sich ein 3D-Bild, das in Durchzeichnung und Kontrast verbessert wurde und die Brillentönung in der Farbkalibrierung berücksichtigt.


Wie immer ist die Epson EH-TW9200 „Cine4Home Edition“ das Rundum-Sorglos-Paket: Der Projektor wird individuell auf unserem „Messstand“ auf seine Leistungsfähigkeit überprüft und anschließend gemäß seiner beeindruckenden Möglichkeiten kalibriert bzw. optimiert. Nur mit diesem Aufwand wird man der gehobenen Klasse dieser Modelle gerecht.

Hier erhält der Kunde objektiv und schriftlich protokolliert Aufschluss über die tatsächlichen Leistungseigenschaften des erstandenen Gerätes. Den Epson EH-TW9200(W) Cine4Home Edition nach oben vorgestelltem, aufwändigen Verfahren gibt es bei folgenden Cine4Home-Partnern (nach Postleitzahlen geordnet):


10437 Berlin


24539 Neumünster


27755 Delmenhorst


30453 Hannover



40233 Düsseldorf


41836 Hückelhoven


44263 Dortmund



44892 Bochum




51069 Köln


Heimkino-Partner Frankfurt
63654 Büdingen

engel computer & services
Heimkinopartner Saarland
66701 Beckingen


73066 Uhingen


78166 Donaueschingen

Beamerzentrum München
80336 München


90425 Nürnberg

 

Selbstverständlich handelt es sich bei unseren Partnern ausschließlich um Epson-geschulte Vertragshändler. Bitte berücksichtigen Sie außerdem: Die Cine4Home Edition zeichnet sich durch belastbare Protokolle inkl. Messwerten zu Helligkeit, Kontrast, Serienstreuung usw usw… aus.

Bis zur nächsten Cine4Home Edition!….

Cine4home Cine4home Edition High End

„Calibration only“ war gestern, die neuen Cine4Home Editions!

Cine4home.de Beamer und Heimkino Testmagazin Community Epson EH-TW9200 – Cine4Home Living Room Edition

Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. This post has been viewed 1351 times Es wurde zuletzt aktualisiert von Ekki Schmitt Ekki Schmitt vor 3 Jahre, 6 Monate. This post has been viewed 1351 times

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